Am Freitag öffnet der Bioladen Vasco Nuevo am Schulterblatt zum letzten Mal. Und Schuld ist nicht etwa ein böser Vermieter: Zuletzt blieben schlicht die Kunden aus.von VANESSA BUFF

Aufräumarbeiten: Petra Meister in ihrem demnächst leeren Laden. Bild: Ulrike Schmidt
Die Regale sind schon so gut wie leer. Die wenigen Produkte, die es im Ökoladen "Vasco Nuevo" am Schulterblatt 98 noch gibt, sind durchweg mit einem grellroten Aufkleber versehen: Preissenkung, alles muss raus - Ende der Woche wird das traditionsreiche Geschäft geschlossen.
30 Jahre gibt es den Bioladen, vor 20 Jahren übernahm Petra Meister das Geschäft von ihrem Vorgänger. "Es ist nicht einfach, seinen Laden nach einer so langen Zeit aufzugeben", sagt Meister, und die Enttäuschung darüber ist ihr anzusehen. Bliebe sie aber noch länger, würde sie endgültig rote Zahlen schreiben. Deswegen habe sie sich entschieden, früher aus dem Mietvertrag auszusteigen, der Ende des Jahres ohnehin ausgelaufen wäre.
Auf der Internetplattform Facebook, wo die Nachricht vom Ende Vasco Nuevos empört aufgenommen wurde, spekulierten Nutzer rasch über eine geplante Mieterhöhung als Grund für die Schließung. Darauf reagiert Meister mit Erstaunen: "Es hätte Ende des Jahres eine Mieterhöhung gegeben. Diese wäre aber nur gering gewesen und absolut zu verschmerzen."
Meister sieht das Problem eher in einer allgemeinen Veränderung des Kaufverhaltens: Die Leute, sagt sie, kauften immer mehr im Supermarkt oder in Drogerieketten wie Budnikowsky. In den Bioladen kämen sie nur noch, um sich mit einzelnen Produkten wie Milch oder Brot einzudecken. "Aber selbst wenn hundert Leute pro Tag für drei Euro einkaufen", erklärt Meister, "kann ich davon nicht existieren."
Tatsächlich passt der Fall Vasco Nuevo in die allgemeine Entwicklung des deutschen Bio-Marktes. Nach Angaben des Dachverbands der deutschen Ökohersteller und händler (BÖLW) nimmt der Umsatz des Bio-Fachhandels zwar zu. Der Trend gehe jedoch immer mehr zu Bio-Supermärkten und großen Geschäften mit breitem Angebot wie Alnatura oder Basic. "Natürlich möchte der Verbraucher auf das komplette Sortiment zugreifen können", sagt Alexander Gerber, Geschäftsführer des BÖLW. Die kleinen Läden könnten sich das jedoch nicht mehr leisten und müssten sich entweder spezialisieren oder expandieren, um zu überleben.
Darüber, wer der Nachmieter des Biogeschäftes am Schulterblatt werden soll, brodelt derzeit die Gerüchteküche. Man führe Gespräche, sagt der zuständige Makler, Donald Jendreiek. Mit wem, sagt er nicht. Im Internet kursiert derweil das Gerücht, die Nike Deutschland GmbH plane ein Geschäft am Schulterblatt 98 zu eröffnen. Olaf Markhoff, Sprecher des Unternehmens, dementiert das: Er könne sich höchstens vorstellen, dass ein Geschäft dort einziehe, das ein größeres Sortiment an Nike-Produkten führt. "Wir selbst machen es aber auf keinen Fall und sind auch nicht an irgendwelchen Verhandlungen beteiligt."
Einen kleinen Lichtblick für alle, die gerne bei Vasco Nuevo eingekauft haben, gibt es: Der gleichnamige zweite Laden an der Eppendorfer Landstraße, der dem Sohn von Petra Meister gehört, wird weiterhin geöffnet bleiben.
Experten finden kaum etwas Positives am Vorhaben des SPD-Senats, Busse statt einer Stadtbahn zu finanzieren. Anhörung im Rathaus wird zur Abrechnung. von Sven-Michael Veit

Die grüne Sozialsenatorin verteidigt die geplante Auflösung des "Amtes für soziale Dienste", das offenbar zu effektiv arbeitet - und erntet wütende Sprechchöre von Klaus Wolschner

Pop-Archäologie im Bremer Umland: Eine CD-Box über die Anfänge der Country-Musik könnte dem Plattenlabel Bear Family Records aus Holste-Oldendorf nun zwei Grammy Awards einbringen. von Andreas Schnell

Egal ob in Ost-, West-, Südeuropa oder in Kaschmir – überall ist es kalt. Verdammt kalt. Für viele Menschen ist das dramatisch und sogar lebensgefährlich. Aber die Kälte bringt auch Schönes und Erfreuliches.

77.000 Deutsche reisen jährlich auf die Malediven. Gerade herrschen Turbulenzen im Inselparadies: Soldaten schlagen Polizisten und die schlagen den Präsidenten. Am Ende geht nicht die Insel, sondern der Präsident unter.

Ob Ei, Mehl, Schuh oder Torte, schon so mancher Politiker wurde in der Vergangenheit Opfer einer Zuschauerattacke. Wer hat was abbekommen?

Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Leserkommentare