Kommentar Stadionumbau

Rechtens, aber nicht salonfähig

Es hat einen mehr als faden Beigeschmack, wenn eine nicht überreiche Kommune wie Braunschweig den Stadionausbau eines derzeit nicht gerade erstklassigen lokalen Fußballvereins subventioniert.

Ja, natürlich hat es einen mehr als faden Beigeschmack, wenn eine nicht überreiche Kommune wie Braunschweig den Stadionausbau eines derzeit nicht gerade erstklassigen lokalen Fußballvereins subventioniert. Und dass dieser Vorgang laut EU im Prinzip rechtens ist, weil die Arena ja auch andere Vereine nutzen, macht die Sache eher komplizierter als besser. Denn was Justizia sagt, deckt sich ja nicht zwangsläufig mit dem, was, sagen wir, ethisch in diesem Fall geboten wäre.

Trotzdem ist fraglich, ob bei der für Anfang Februar anvisierten Abstimmung der 200.00 Wahlberechtigten, von denen rund 500 zur jüngsten Einwohnerversammlung mit Oberbürgermeister Hoffmann kamen, ein Eklat passieren wird. Ob also, in anderen Worten, genügend Braunschweiger gegen den Ausbau des "Eintracht-Stadions" stimmen werden.

Denn zwar sind die umstrittenen Business Seats hochpreisig und für Otto Normalverbraucher vermutlich nicht zu finanzieren. Eben dieser sieht aber womöglich - und sei es aus lokalpatriotischen Motiven - auch ein, dass der klamme Verein diese Sponsorenplätze braucht, um wirtschaftlich wieder auf einen grünen Zweig zu kommen.

Wie groß die Zahl der Fußballfans unter den Abstimmenden ist, weiß niemand. Aber vielleicht ist sie größer, als von den Gegnern des Projekts vermutet.

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Seit 2000 Redakteurin der taz am Standort Hamburg. Schwerpunkte: Kultur und -politik, Drittes Reich, Judentum, Religion allgemein.

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