Befragung zu Olympia

100 Gründe für Olympia

Was tun, wenn Sie angerufen werden und keine Argumente für Olympia haben? Die taz kann helfen.

Damit in Berlin wieder Fackeln brennen. Bild: DPA

1. Weil sonst der Pannenflughafen BER nie fertig wird.

2. Weil die Berliner eine neue Problem-Baustelle brauchen, wenn der BER doch fertig werden sollte.

3. Weil den Berlinern etwas fehlen würde, wenn sie nichts zu meckern hätten.

4. Weil der Berliner Bär als Olympiamaskottchen sooooo niedlich aussehen würde.

5. Je voller die U-Bahnen bei 30 Grad, desto toller – besonders aus Sicht der Taschendiebe.

6. Weil es nicht sein kann, dass die Arkenberge die höchste Erhebung Berlins sind. Die Hauptstadt braucht einen Olymp!

7. Weil das Berghain dann der beste Fitness-Club der Welt ist.

8. Weil wir nur so erfahren, welche Sexvorlieben alle zu bestechenden IOC-Mitglieder haben.

9. Weil etwas Risiko sein muss, nachdem die Finanzen gerade einigermaßen wieder im Lot sind.

10. Weil Usain Bolt mit 38 Jahren noch mal Weltrekord läuft.

11. Weil es einfacher ist, den Nochflughafen Tegel mit dem olympischen Dorf zuzubauen, als weiter an verworrenen Nachnutzungsplänen herumzustricken.

12. Weil selbst ein olympisches Dorf auf einem Exflughafen am Berliner Stadtrand sexier ist als auf einem Unigelände in Boston.

13. Weil man dann seine Wohnung sauteuer untervermieten kann.

14. Weil es nach den Spielen dann endlich genug bewohnbare Flüchtlingsunterkünfte geben wird.

15. Weil Ratefuchs Günther Jauch dafür ist.

16. Weil die CDU dafür ist.

17. Weil die SPD dafür ist.

18. Weil die Grünen dafür sind – obwohl sie nicht wissen, warum.

19. Weil die FDP dagegen ist.

20. Weil Spaßvogel Dieter Hallervorden dafür ist.

21. Weil die S-Bahn noch von Olympia 1936 profitiert und es Zeit wird für ein Auffrischungsprogramm.

22. Weil Hamburg mit dem Slogan „Feuer und Flamme“ antritt. Das können sich Berlins Linksradikale nicht bieten lassen.

23. Weil die linke Bewegung dringend mal wieder einen klaren Gegner braucht, gegen den man demonstrieren kann.

24. Weil die Mieten in Berlin im internationalen Vergleich noch viel zu niedrig sind.

25. Damit Berliner Sportarten wie Bierflaschenbalancieren in Trams, Hundekackeslalom, Jutebeutelweitwurf und Fixie-Strampeln olympisch werden.

26. Weil Berlin in der Disziplin Größenwahn schon immer als Gold-Kandidat gilt.

27. Damit im Olympiastadion noch was los ist, wenn Hertha in die Dritte Liga absteigt.

28. Damit das untragbare Olympiastadion durch ein neues ersetzt wird.

29. Wegen 1936.

30. Wegen 2000.

31. Weil der Senat ja nicht in der Lage ist, eine gescheite Bewerbungskampagne zu machen.

32. Weil die NOlympia-Bewegung auch nix auf die Reihe kriegt.

33. Weil wir alle Senatoren im Sportanzug sehen wollen.

34. Weil es dann einen Grund gibt, auf einen miesen Sommer zu hoffen: aus Schadenfreude.

35. Die taz würde Urlaub machen und durch Vermietung ihrer schicken, neuen Redaktionsräume an ein usbekisches Filmteam die Produktionskosten für die nächsten drei Jahre einfahren.

36. Das lohnenswerte Kulturbegleitprogramm: ein 24-Stunden-„Faust“ an der Volksbühne, ein Lesemarathon an Problemschulen, ein Presslufthammerkonzert in der Staatsoper.

37. Damit in Berlin wieder Fackeln brennen.

38. 2024 wohne ich eh nicht mehr in Berlin.

39. Auch andere Entwicklungsländer würden ermutigt, sich für Olympia zu bewerben.

40. Weil ein Kompromiss möglich wäre: dopingfreie Spiele, dopefreudiger Görli.

41. Weil dabei sein alles ist.

42. Weil die Treppe an der U-Bahn-Station Friedrichstraße verbreitert würde, um die Norm für Gewichtheber zu erfüllen.

43. Das hipsterlimonadenverseuchte Berlin würde sich wieder auf Coca-Cola zurückbesinnen.

44. Im Columbiabad könnte die Action-Disziplin Massenjump vom Dreier, am Ort ihrer Erfindung, an den Start gehen.

45. Marzahn als olympisches Dorf, Siegerehrung im Treptower Park: die Spiele im nachhaltigen Retro-Look.

46. Die Sklavenarbeiter der Mall of Berlin hätten wieder Arbeit.

47. Schöne sportliche Menschen in der Stadt statt nur Nerds und Nachtschattengewächse.

48. Weil es 2024 dann wieder eine Zugverbindung von Breslau nach Berlin geben muss.

49. Weil keine Spiele auch keine Lösung sind.

50. Weil es dann jede Menge Bockwurststände geben wird.

51. Weil Ströbele dann im Velodrom antreten kann.

52. Weil Berlin eh schon pleite ist.

53. Damit die Skisportanlagen am Teufelsberg ausgebaut werden (falls es versehentlich nur für Winterspiele reicht).

54. Weil es alle notwendigen Dopingstimulantien beim Dealer im Straßenhandel gibt.

55. Weil Sport Mord ist.

56. Weil dann alles gut wird.

57. Weil, gib es zu, du willst es doch auch!

58. Weil es selbst von Griechenland was zu lernen gibt.

59. Weil Olympiade sich auf Bionade reimt.

60. Weil Bushido und Annette Humpe im Duett die Eröffnungshymne singen würden.

61.Weil dann mal wieder erstklassige Sportler ein Zuhause im Olympiastadion finden.

62. Weil auch Flaschensammler mal Weihnachten haben wollen.

63. Weil sonst nichts los ist.

64. Weil man sich freuen kann, wenn’s vorbei ist.

65. Weil dann weder in Moskau, Peking, Riad oder sonst wo, wo es keine Demokratie gibt, Spiele stattfinden.

66. Weil dann die ganze Welt Currywurst und Buletten kennt.

67. Weil die Spiele Bundespräsident Klaus Wowereit eröffnet.

68. Weil Berlin die nettesten Taxi-, Bus- und S-Bahn-Fahrer hat.

69. Weil sich die Ticketkontrolleure in U- und S-Bahn schon jetzt die Hände reiben.

70. Weil auch Frank Zander ein Liedchen singen wird.

71. Weil die Fanmeile und der Tiergarten mal jenseits des Fußballs aktiviert werden.

72. Weil die Kreativszene wieder Arbeit kriegt: Maskottchen designen, Olympia-Bären nähen, Fähnchen besticken.

73. Weil der RBB federführend für die TV-Übertragungen wäre – wann geht Ulli Zelle in Rente?

74. Weil einem nach dem Platter-Wintermärchen der Fußball-WM 2022 wieder warm werden muss.

75. Weil Satire-Blogger ohne Olympia nix zu tun haben.

76. Weil Berlin dann als olympische Disziplin „Dauer-Rummäkeln“ einführen kann –und ein Einheimischer dabei Gold holt.

77. Weil Berlin aus diesem Anlass legendäre Werbesprüche wiederbelebt: „Für jeden Sportsfreund ist es wichtig, wer Paech-Brot tippt, liegt immer richtig!“

78. Weil Innensenator Frank Henkel endlich Arsch in der (Trainings-)Hose zeigen kann.

79. Wo sonst?

80. Weil Rolf Eden einen Grund zum Weiterleben braucht.

81. Weil lange genug gefackelt wurde.

82. Weil Leni Riefenstahl genau 2024 wiederauferstehen könnte.

83. Damit die taz ausgiebig Sonderseiten produzieren kann.

84. Weil der Müller so nett ist.

85. Damit ich 2024 nicht nur im Winter, Frühling und Herbst ans Meer darf, sondern auch im Sommer.

85. Da gibt’s sicher was umsonst.

86. Weil Berlin mit derzeit kaum 30 Millionen Übernachtungen jährlich zu wenige Touristen hat.

87. Die wollen doch nur spielen.

88. Weil bei einer Niederlage gegen No-Names wie Hamburg und später Boston unser Weltstadtstatus in Gefahr wäre.

89. Weil Berlin von Peking lernen kann: Benimmkurse für Fußgänger, Chemiekanonen gegen Wolken, Fahrverbote gegen Smog.

90. Weil das Zentrum für Politische Schönheit die olympischen Ringe zum Audi-Logo umbauen könnte.

91. Pussy Riot und Ai Weiwei wären auf jeden Fall willkommen.

92. Weil die Prenzlauer-Berg-Eltern ihre talentierten Kids dann ohne Gewissensbisse zu Sportbomben hochzüchten können, weil die dann ja nicht mit klimaschädlichen Fliegern, sondern ökologisch korrekt mit der S-Bahn zu Olympia anreisen können.

93. Weil Hitler sich dann im Grab umdreht.

94. Weil Raed Saleh als Regierender Bürgermeister bei der Eröffnungsfeier echt eine gute Figur machen würde.

95. Weil nur in Berlin zu egal welchem Event immer exakt eine Million Zuschauer kommen.

96. Weil mit Franziska van Almsick eine echte Balina Göre am Beckenrand rumturnen würde.

97. Weil die Quersumme von 2024 genau 8 ist. Und die von 2028 sogar 12. Irre, oder?

98. Weil alle Pfannkuchen mit Olympiaringen essen wollen.

99. Weil die BVG vergünstigte Olympia-Tickets für das Tarifgebiet ABC anbietet, mit denen man die Stadt verlassen kann.

100. Weil der Senat so penetrant „Wir wollen die Spiele“ plakatiert, dass man gar nichts anderes mehr sagen kann.

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„Richtig schön multikulti“ – Erkundungen im Kiez rund um den taz Neubau:

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