Kommentar Soziale Dienste: Mehr Mensch statt Technik
Schon jetzt betreut ein Mitarbeiter durchschnittlich mehr als 80 Fälle. Für persönliche Gespräche bleibt da keine Zeit.
E s ist leider wahr, die Sozialbehörde muss sparen, wo sie nur kann. Stellen aus dem Hut zu zaubern, wird ihr angesichts der schiefen Haushaltslage sicher nicht leicht fallen. Aber sie wird auch nicht darum herumkommen. Denn die Allgemeinen Soziale Dienste (ASD) pfeifen bereits aus allen Löchern.
Die MitarbeiterInnen in den Jugendämtern stehen einem immer weiter wachsenden Verwaltungsaufwand gegenüber. Jeder Fall muss genauestens dokumentiert, unterschrieben, abgestempelt und abgeheftet werden. Bei so viel Bürokratie haben viele SozialarbeiterInnen kaum noch Zeit für ihre eigentliche Arbeit - sich um Hilfe suchende Kinder und Jugendliche zu kümmern. Jetzt schon betreut eine MitarbeiterIn durchschnittlich mehr als 80 Fälle. Für persönliche Gespräche bleibt da keine Zeit.
Kein Wunder, dass junge, gut ausgebildete AnfängerInnen nach kurzer Zeit den ASD den Rücken kehren. Dass das Einstiegsgehalt gering ist, erleichtert diese Entscheidung wohl nur noch.
Und was tut die Sozialbehörde? Sie winkt mit mehr Bürokratie. Anstatt mehr Personal einzustellen und so die Fallzahl zu minimieren, baut sie auf die Technik. Mit einer neuen Software wird es schon gehen, scheint die Botschaft zu lauten. Das beste Mittel gegen Fälle wie den der kleinen Lara aber ist simpel: mehr Mensch.
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