Weil ein Bild des kanadischen Firmensitzes von AsiaPac bekannt wurde, stürzte der Aktienkurs der Gesellschaft in den Keller. Jetzt liegt er bei 16 Cent.von Sebastian Dörfler

Sieht so eine milllionenschwere Aktiengesellschaft aus? Bild: screenshot google street view
Die Stimmung auf den asiatischen Finanzmärkten ist gut. Bis vor kurzem schien es der Gesellschaft AsiaPac Capital Serrvices auch gut zu gehen. Zumindest wenn man ihren Pressemitteilungen glaubte. Am 11. März gab AsiaPac bekannt, Verhandlungen mit einem Unternehmen in Katar aufgenommen zu haben. 15 Prozent der Aktien wolle das Unternehmen demnach zu einem Handelspreis von bis zu 6,00 Euro pro Aktie kaufen. Und dann gäbe es da noch einen chinesischen Anteilskäufer, der bereits eine Absichtserklärung für 40 Prozent der Aktien unterzeichnet habe. Der Kauf sollte innerhalb der nächsten Wochen stattfinden.
Ein richtiger "Global Player" schien AsiaPac zu sein, mit Sitz in der kanadischen Finanzmetropole Toronto. Doch Google Street View brachte die Blase zum Platzen. Der in Deutschland so umstrittene Dienst ist in Kanada bereits verfügbar - und damit eine detailleirte 360-Grad-Ansicht von Kanadas Straßennetz und Gebäudefassaden. Irgendjemand gab nun die Adresse des Firmensitzes von AsiaPac in die Suchmaske ein: 557A Eglinton Ave West, Toronto.
So findet man den "Firmensitz". Über einem Thai-Imbiss sieht man zwei Fenster, dahinter verbergen sich gefühlte 20 Quadratmeter Bürofläche. An der Steinmauer klebt das Firmen-Banner: "AsiaPac Cargo. Door-to-Door Sea Cargo to Philippines. The FRIEND you Can TRUST." Die meisten Spekulanten fanden das überhaupt nicht vertrauenswürdig. Der Kurs, durch die vermeintlichen Anteilverkäufe auf drei Euro getrieben, stürzte auf 16 Cent.
Mittlerweile wird auf der Homepage betont, dass sich der AsiaPac-Hauptsitz auf den Philippinen befinde, es gibt sogar einige Fotos von prunkvollen Lagerhallen zu sehen. Das Kanadische Büro ziehe gerade in ins Zentrum Torontos um, in ein mehrstöckiges Shopping-Zentrum.
Über AsiaPac wird in einschlägigen Foren seitdem heiß debattiert. "Mich hat es ganz schön erwischt", schreibt ein Nutzer bei finanzen.net, der beim Hype um AsiaPac mitgemacht hatte, und ergänzt: "Gier frisst Hirn!" Ein anderer glaubt nicht, "dass bei AisiaPac nochmal was geht" – die Verantwortlichen hätten jedoch rechtzeitig verkauft und seien mit ihrem Gewinn längst über alle Berge. Da kann auch Google Street View nichts mehr machen.
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Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Leserkommentare
09.02.2011 23:26 | Mein Name
Der Umzug scheint perfekt: ...
18.03.2010 10:15 | tokyotertrottel
Hier in Japan (wo es übrigens keine Straßennamen und deshalb ein großes Chaos gibt, Adressen zu finden)gibt es auch bereits ...
18.03.2010 03:32 | the_dude
Dass Finanzgeschäfte gleich Hinterhofmachenschaften sind sollte man eigentlich seit der Finanzkrise wissen