Bezirke wollen einheitliches Vorgehen beim Öffentlichmachen gastronomischer Mängel und beispielhafter Betriebe. Eine Umsetzung des neuen Konzepts wird es aber nicht vor dem Sommer geben.
Die Pankower Ekelliste für Gastronomiebetriebe macht Schule. Künftig wollen alle Berliner Bezirk einheitlich die Verbraucher informieren. Die neue Liste soll Hygienemängel aller Küchenbetriebe aufführen. Auch besonders saubere Restaurants sollen genannt werden. Darauf haben sich am Freitag die Senatsverwaltung für Gesundheit und die zuständigen Bezirksstadträte grundsätzlich geeinigt. "Die Veröffentlichung der Listen soll sowohl im Internet als auch direkt in den kontrollierten Einrichtungen erfolgen", erklärte Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linke). Bereits seit einem Jahr listet der Bezirk Pankow im Internet alle Betriebe auf, bei denen Verstöße gegen Lebensmittel- und Bauvorschriften verzeichnet wurden.
Laut Barbara Loth (CDU), Gesundheitsstadträtin in Steglitz-Zehlendorf, will man sich künftig an einem Modell aus Dänemark orientieren. Dort drucken Kontrolleure per Laptop ihre Prüfergebnisse vor Ort aus. "So kann man das für die Kunden sofort und gut sichtbar im Restaurant anbringen", sagt Loth. Zudem könnten Mängel unmittelbar im Internet veröffentlicht werden. Pankows Ordnungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne) sagt jedoch, es müsse noch geprüft werden, ob die sofortige Veröffentlichung mit dem Verbraucherschutzgesetz vereinbar ist. Zudem wollen die Stadträte auch alle positiv aufgefallenen Betriebe zwingend auf einer "Smiley-Liste" veröffentlichen. Das ist im Gesetz aber nicht vorgeschrieben. Die Teilnahme ist bisher freiwillig.
Dafür soll eine Beschlussvorlage ausgearbeitet werden. Das nächste Stadträtetreffen steht allerdings erst im Sommer an.
JAE
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