Nach Starbucks bietet jetzt auch die deutsche Kette Tchibo fair gehandelten Kaffee an. Große Worte, denn die Zertifizierung ist teils umstritten.von THOMAS SCHMID

100 Prozent fair? Schön wär`s. Bild: manun/photocase.com
BERLIN taz | Auch die Kaffeeanbieter Starbucks und Tchibo werben jetzt zunehmend mit dem fairen Handel: Die Café-Kette Starbucks verspricht, dass jeder Café Latte, jeder Cappuccino und jedes andere Espresso-Getränk ab sofort ausschließlich Kaffee enthält, der das "Fairtrade"-Logo des Vereins TransFair trägt. Wie hoch der Anteil von Fair-Trade-Kaffee bei den Espresso-Getränke bislang war, teilt das US-Unternehmen nicht mit. Andere Getränke wie Filterkaffee wird es nach wie vor ohne diese Zertifizierung geben. Die Prämienzahlungen an Kaffeebauern sollen dadurch dennoch weltweit um mehr als 2,6 Millionen Euro pro Jahr steigen. Preiserhöhungen soll es jedoch nicht geben.
Nicht nur Starbucks ist um ein gutes Image beim Kaffee bemüht. Die Schnellrestaurant-Kette McDonald's wirbt bereits seit zwei Jahren damit, in Deutschland ausschließlich Kaffee mit dem Siegel der als industrienah geltenden US-Organisation Rainforest Alliance zu verkaufen. Zu höheren Umsätzen habe das allerdings trotz Kundenzustimmung nicht geführt, so das Unternehmen.
Auch Tchibo hat nun angekündigt, in den Coffee Bars seiner Läden nur noch Kaffeesorten zu verwenden, die entweder das Fairtrade- oder das Rainforest-Alliance-Siegel tragen. Vollmundig spricht man in einer Pressemitteilung davon, in seinen Läden ab jetzt "100 Prozent nachhaltigen Kaffee" auszuschenken; von der insgesamt verkauften Kaffeemenge stammen jedoch nur rund 9 Prozent aus zertifiziertem fairem Anbau.
Außerdem: Die Kriterien der beiden Siegel sind schlecht vergleichbar. Während Fairtrade etwa bessere Preise und langfristigere Verträge für Kleinbauern verlangt, legt die Rainforest-Alliance-Zertifizierung vor allem Wert auf Arbeiterschutz und einige ökologische Kriterien; diese sind jedoch schwächer als etwa die des Biosiegels.
"Tchibo muss hier nachbessern", fordert daher Jürgen Knirsch. Der Konsumexperte von Greenpeace Deutschland kritisiert die halbherzige Selbstverpflichtung, für die sich das Unternehmen jetzt lobt: "Um mit Nachhaltigkeit zu werben, muss man sich an höheren Ansprüchen messen lassen." Das gelte ausschließlich für Kaffee, der sowohl mit "Fairtrade" als auch mit "Bio" ausgezeichnet ist.
Starbucks und Tchibo setzen mit ihren Plänen auf die steigende Nachfrage nach fair gehandelten Produkten. "Die soziale Komponente", sagt Susanne Kurz vom Marktforschungsunternehmen GfK, "wird für den Verbraucher immer wichtiger."
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Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Leserkommentare
11.03.2010 03:17 | vic
Für zu hause kaufe ich nur Fair Trade Caffé der Handelsgemeinschaft Gepa. ...
10.03.2010 18:12 | avelon
@Muesligang ...
10.03.2010 16:01 | Müsligang
Wie soll man als Konsument die Vergleichbarkeit von Gütesiegeln oder gar die tatsächlichen Anteile fair gehandelten Kaffees ...