Verstörend-unterhaltsame Präsentation von Umweltzerstörung: Ein Kinospot der NGO Oxfam und der Heinrich-Böll-Stiftung zeigt, was deutsche Kohlekraftwerke für Afrika bedeuten.von JÖRN ALEXANDER

Drastische Bilder: Ausschnitt aus Oxfam-Kinospot. Bild: Screenshot
BERLIN taz | Ein neuer Kinospot von Oxfam Deutschland und der Heinrich-Böll-Stiftung macht mit starker Symbolik auf die Ursachen und Folgen des Klimawandels aufmerksam.
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Kohlekraftwerke als Symbol des Bösen? Das hat gute Gründe: Knapp 25 neue Kohlekraftwerke sind hier zu Lande geplant oder befinden sich bereits im Bau. Wie der Spot verdeutlicht, kennen die gewaltigen CO2-Emissionen dieser Energieriesen keine Grenzen. Sie tragen global zum Klimawandel bei und die Länder des Südens sind von den Folgen am stärksten betroffen. Dürre, Hunger, Stürme und Armut "made in Germany", so lautet die Botschaft. "Stoppt den Bau neuer Kohlekraftwerke" wird daher am Ende des Kinospots gefordert.
Die Frage, wie denn der Neubau gestoppt werden soll, wird leider nicht direkt beantwortet. Dazu muss man schon die dazugehörige Webseite aufsuchen. Hier lädt eine Karte mit Bürgerinitiativen gegen Kohlekraftwerke zum mitmachen ein und natürlich darf auch die Aufforderung nicht fehlen, zu einem Ökostromanbieter zu wechseln.
Das eigentlich Besondere an dem Video ist nicht die Botschaft, die transportiert wird. Es ist Symbolik, es sind die Bilder eines Kohlekraftwerkes, das seine Schornsteine wie eine Kanone auf Afrika ausrichtet und abfeuert. Den Betrieb eines Kohlekraftwerkes mit einem militärischen Angriff auf die Welt gleichzusetzen - das ist ein drastischer Vergleich. Legt man die Prognosen des Weltklimarates als Maßstab an, dann ist der Vergleich aber durchaus gerechtfertigt. Deutschland erklärt Afrika den Krieg, das verstört, das regt zum Nachdenken an.
Dabei gibt das Video nicht nur die Brisanz des Themas eindrucksvoll wieder, sondern schafft es auch, in kürzester Zeit einen komplizierten Sachverhalt deutlich zu vermitteln. Mit nur 45 Sekunden Länge, ist das Video als Kinospot konzipiert und soll laut Oxfam demnächst auch regelmässig auf den ganz großen Leinwänden zu sehen sein. Bleibt zu hoffen, dass die immer professionelleren Medienkampagnen der großen Umweltverbände auch Wirkung zeigen. Noch nie wurde die fortschreitende Zerstörung der Welt so verstörend unterhaltsam präsentiert.
Diese und weitere Kampagnen für eine bessere Welt auf www.bewegung.taz.de.
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Leserkommentare
21.02.2010 21:44 | Daniel
Es ist doch bezeichnend: ...
21.02.2010 17:07 | Heiko
Umweltschutz ist der Schutz unserer Lebensgrundlage. ...
20.02.2010 15:44 | Kane
Komisch, trotz aller Warnungen vor mehr Stürmen und Überschwemmungen war 2009 ein Jahr mit den wenigsten Naturkatastrophen ...