Kommentar von ULRICH SCHULTE
Es kommt, wie es kommen musste: Nach einer Schrecksekunde diskutiert die Regierung nun, ob die Hartz-Regelsätze nach dem Urteil des Verfassungsgerichts statt angehoben nicht sogar gesenkt werden müssten. Ein Sozialpolitiker der CSU argumentiert, die Staatsausgaben dürften keinesfalls steigen. Und der FDP-Generalsekretär will Anreize vermeiden, "dass man übers Kinderkriegen Geld verdienen kann".
Auch wenn es sich hier bisher um Einzelmeinungen handelt, offenbart sich in ihnen doch ein bemerkenswerter Zynismus. Da bescheinigt das höchste Gericht dem Staat ein Versagen, das die Existenz von fast sieben Millionen BürgerInnen berührt. Und keine 24 Stunden später geben die ersten Koalitionäre schon den Tenor vor: Gut, dann kürzen wir eben. Immerhin die Arbeitsministerin äußert sich differenzierter, indem sie bessere Bildungschancen für Hartz-IV-Kinder zum drängendsten Problem erklärt.
Mit dieser unverbindlichen Äußerung hat Ursula von der Leyen sicher Recht: Nur der freie, gleichberechtigte Zugang zu Bildung eröffnet auch Kindern aus armen Familien eine Aufstiegschance. Aber eine Politik, die den Eltern lediglich ein paar Euro mehr als bisher in die Familienkasse wirft, reicht dafür nicht aus. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass auch arme Familien ihren Kindern die Schulbücher kaufen können. Von einer Regierung, die es mit gleichen Bildungschancen für alle wirklich ernst meint, erwartet man jedoch mehr: etwa mutige Investitionen in Kitas, Schulen und Universitäten. Denn erst ein intaktes Bildungssystem und bezahlbare öffentliche Dienstleistungen sichern die Teilhabe auch armer Menschen an der Gesellschaft.

Ulrich Schulte ist Ressortleiter Inland der taz. Foto: anja weber
Es wäre allerdings fatal, steigende Sozialausgaben gegen Bildungsinvestitionen auszuspielen. Der Staat muss armen Menschen eine würdige Existenz garantieren, ebenso muss er die Infrastruktur bereitstellen. Auf Geschenke für Hoteliers kann er dafür gerne verzichten.
Die Serben im Norden des Kosovo akzeptieren die Regierung nicht. Die Abstimmung nützt allein der Opposition in Serbien. von Ruth Reichstein
Egal ob in Ost-, West-, Südeuropa oder in Kaschmir – überall ist es kalt. Verdammt kalt. Für viele Menschen ist das dramatisch und sogar lebensgefährlich. Aber die Kälte bringt auch Schönes und Erfreuliches.

77.000 Deutsche reisen jährlich auf die Malediven. Gerade herrschen Turbulenzen im Inselparadies: Soldaten schlagen Polizisten und die schlagen den Präsidenten. Am Ende geht nicht die Insel, sondern der Präsident unter.

Ob Ei, Mehl, Schuh oder Torte, schon so mancher Politiker wurde in der Vergangenheit Opfer einer Zuschauerattacke. Wer hat was abbekommen?

Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Leserkommentare
11.02.2010 15:32 | hto
Zitat Schulte: "... offenbart sich in ihnen doch ein bemerkenswerter Zynismus." ...
11.02.2010 15:25 | HamburgerX
Wie wäre es eigentlich mal mit mehr Sachleistungen? Dann wäre ein Missbrauch durch das so oft zitierte "Versaufen" der Hart ...
11.02.2010 14:13 | Tim
Selten einen so lustigen und dummen Kommentar gelesen. ...