Datenschützer starten in einer Hamburger Schule eine Offensive gegen unvorsichtiges Surfen im Netz. Schüler sollen für die Gefahren im Netz sensibilisiert werden, wenn sie persönliche Daten preisgeben.

"Das Internet vergisst nicht." Bild: dpa
HAMBURG dpa | Über Gefahren im Internet sollen Jugendliche nach Ansicht von Datenschützern in Schulen besser aufgeklärt werden. "Das Thema muss als Bildungsaufgabe wahrgenommen und zentral in die Lehrpläne aufgenommen werden", sagte Hamburgs Datenschutzbeauftragter, Johannes Caspar. "Datenschutz ist Selbstschutz." Eltern seien in diesem Bereich meist überfordert. "Zu rasant ist die Entwicklung in der virtuellen Welt." In dem Pilotprojekt "Meine Daten kriegt ihr nicht" werden von diesem Montag an Siebtklässler der Hamburger Gesamtschule Walddörfer mit dem Thema vertraut gemacht.
Die meisten jungen Leute bewegten sich ganz selbstverständlich in der virtuellen Welt - bei der Recherche für Schulaufgaben ebenso wie in Blogs und Netzwerken, um mit anderen in Kontakt zu sein. "Aber je mehr Daten ich veröffentliche, desto größer sind die Risiken", warnte der Experte. "Das Internet vergisst nicht." Oft sei es unmöglich, die einmal verbreiteten Informationen oder Fotos zu löschen. Brisante Blogeinträge oder Bilder, etwa von Saufpartys, seien oft auch nach Jahren abrufbar. "So lustig das heute für die Kumpels ist, so desaströs kann das später bei Bewerbungen sein."
Caspar rät, grundsätzlich keine Daten preiszugeben, die Rückschlüsse auf die Person zulassen. "Das gilt für E-Mail-Adressen genauso wie für Benutzernamen in Chats oder sozialen Netzwerken." Zudem warnte er davor, anderen die Zugangsdaten zu Mail-Konten oder persönlichen Profilen zu verraten. Auch in Chats sollte niemand dem virtuellen Gegenüber völlig vertrauen: "Wer weiß, ob hinter dem 14- jährigen Björn in Wirklichkeit nicht ein 44-jähriger pädophiler Familienvater steckt." Caspar zufolge soll das Thema Datenkompetenz nach erfolgreichem Abschluss des Pilotprojekts an allen Hamburger Schulen unterrichtet werden.
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