Kommentar von DOMINIC JOHNSON
Was macht ein ehemaliger Berufssoldat, der unter einem schwulen Außenminister für die deutsche Entwicklungshilfe zuständig wird, wenn ein Hilfsempfänger drakonische Schritte gegen Homosexuelle erwägt? Richtig: Er bestellt den Botschafter ein und droht, ganz als ginge es um iranische Atomwaffen, mit einem "abgestuften Plan".
Dieses zu Jahresbeginn gemeldete Auftrumpfen des neuen Bundesentwicklungsministers Dirk Niebel (FDP) gegenüber Uganda bezog sich zwar nur auf die mögliche Kürzung von Hilfsgeldern, lässt aber doch aufhorchen. Denn erst vor einem Monat beschloss Deutschland die Verdoppelung der Entwicklungshilfe für Malawi, das zwar für seine erfolgreiche Agrarpolitik gepriesen wird, jetzt aber wegen seiner Verfolgung von Schwulen Schlagzeilen macht.
Und gestern kam Niebel zum Antrittsbesuch nach Ruanda, ein weiterer enger Partner Deutschlands. Dort wird ebenfalls über eine Gesetzesverschärfung gegen Homosexualität diskutiert. Dazu hat Niebel bislang nichts gesagt. Kohärenz sieht anders aus.

Dominic Johnson ist Afrika-Redakteur im taz-Auslandsressort. Foto: taz
Natürlich geht es bei Niebels laufender Afrikareise um mehr. Es ist löblich, wenn ein neuer Entwicklungsminister aus dem Täterland des Holocausts als Erstes Ruanda besucht, Schauplatz des jüngsten Genozids der Weltgeschichte. Auch in den weiteren Besuchszielen Kongo und Mosambik - Modelle des stockenden und des gelungenen Wiederaufbaus nach einem Krieg - lässt sich viel lernen.
Und die neuen Töne aus dem Ministerium, wonach Entwicklungshilfe vor allem mit wirtschaftlichem Aufbau zu tun haben sollte, sind überfällig im Kontext einer rasanten und widersprüchlichen ökonomischen Entwicklung in Afrika. Nur sollten daraus dann auch überzeugende Konzepte entstehen, in einem Dialog auf der Basis gegenseitigen Respekts.
Bei der Neonazi-Mordserie haben auch die Medien versagt: Sie ordneten die Taten unter rassistischen Gesichtspunkten ein. Konsequenzen gab es keine. von Daniel Bax

Egal ob in Ost-, West-, Südeuropa oder in Kaschmir – überall ist es kalt. Verdammt kalt. Für viele Menschen ist das dramatisch und sogar lebensgefährlich. Aber die Kälte bringt auch Schönes und Erfreuliches.

77.000 Deutsche reisen jährlich auf die Malediven. Gerade herrschen Turbulenzen im Inselparadies: Soldaten schlagen Polizisten und die schlagen den Präsidenten. Am Ende geht nicht die Insel, sondern der Präsident unter.

Ob Ei, Mehl, Schuh oder Torte, schon so mancher Politiker wurde in der Vergangenheit Opfer einer Zuschauerattacke. Wer hat was abbekommen?

Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Leserkommentare
09.01.2010 22:55 | klaus f.
in ruanda, so heißt es hier im artikel, "wird ebenfalls über eine Gesetzesverschärfung gegen Homosexualität diskutiert." ...