Kommentar von ERIC CHAUVISTRÉ
Der Präsident dirigiert ein korruptes System - und ist dafür nicht mal demokratisch legitimiert. Die auf ihre rechtsstaatliche Verfasstheit stolzen Staaten der Nato bleiben der absurden Zeremonie hinter den Palastmauern Kabuls nicht etwa fern. Die erste Reihe der Außenminister dieser Welt versammeln sich vielmehr zu Ehren des Wahlfälschers in der abgeriegelten Parallelwelt inmitten des Afghanistankrieges.
Nein, sagen die Staatsgäste, ein Einknicken sei das selbstverständlich nicht. Denn ab sofort wollen sie sich nichts, aber auch gar nichts mehr bieten lassen: Jetzt ist Schluss mit Korruption, Schluss mit dem Schutz verbrecherischer Warlords. Zu Guttenberg, Bundesminister für kriegsähnliche Zustände, hat es vorgemacht. Westerwelle und seine Außenamtskollegen legen nun nach: Wenn Karsai jetzt nicht pariert, dann kann er aber mal was erleben!
Bloß: Was denn eigentlich? Finden doch noch demokratische Wahlen statt? Wird alle Hilfe für die Regierung eingestellt? Ziehen die Nato-Truppen unverzüglich ab?
ist Politikwissenschaftler und lebt als freier Autor in Berlin.
Natürlich nicht. Die in Afghanistan militärisch präsenten Staaten sind von Karsai mindestens ebenso abhängig wie es umgekehrt der Fall ist. Denn die offizielle Abzugsoption für die ISAF-Truppen basiert einzig auf der Idee, irgendeine staatsähnliche Macht im Land aufzurüsten. Die besteht halt aus Karsai und einigen von der ISAF begünstigten Warlords, die sich jetzt Gouverneure nennen. Und die wissen, dass die Nato in Afghanistan nur noch das Ziel hat, ihr Gesicht zu wahren.
Drohungen aber sind nur Drohungen, wenn der oder die Drohende auch bereit ist, sie tatsächlich umzusetzen. Ginge die Nato wirklich gegen Karsai vor, ließe sie gar den Präsidenten fallen, würde sie zuallererst sich selbst schaden. Sie stünde ohne jede Exit-Strategie da. Die neue, vermeintlich harte Linie ist daher vor allem eines: Indiz für die Ohnmacht der Nato-Truppen in Afghanistan.
Der Refrain, die Griechen seien Schuld, erlaubt es, Griechenland neue Zugeständnisse abzuverlangen. Auch wird die Schuldfrage geklärt, falls das Land pleite geht. von Eric Bonse
Egal ob in Ost-, West-, Südeuropa oder in Kaschmir – überall ist es kalt. Verdammt kalt. Für viele Menschen ist das dramatisch und sogar lebensgefährlich. Aber die Kälte bringt auch Schönes und Erfreuliches.

77.000 Deutsche reisen jährlich auf die Malediven. Gerade herrschen Turbulenzen im Inselparadies: Soldaten schlagen Polizisten und die schlagen den Präsidenten. Am Ende geht nicht die Insel, sondern der Präsident unter.

Ob Ei, Mehl, Schuh oder Torte, schon so mancher Politiker wurde in der Vergangenheit Opfer einer Zuschauerattacke. Wer hat was abbekommen?

Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Leserkommentare
22.11.2009 13:29 | Nicolas
Mein Lob für Herrn Chauvistre für den Kommentar. Einen korrupten Wahlfälscher mit engsten Banden der Familie zur Drogenkrim ...
21.11.2009 07:43 | Richard Detzer
Pläne sind wie Sand und Scheiße. Ohne gute Ziele keine gute Reise.
20.11.2009 07:28 | gregor
Herzlichen Glückwunsch! Ein Kommentar der TAZ über die Lage in Afghanistans, in dem mit keinem einzigen Wort Taliban, Terro ...