Drei...Zwei...Du zahlst! Seit dem 19.10. müssen nun auch Produkte wie CDs und Bücher für die Käufer versandkostenfrei geliefert werden. Das verärgert die privaten Verkäufer - und nutzt nur Ebay.von Julia Niemann

Profitiert von höheren Provisionen durch höhere Verkaufspreise und verärgert die Kundschaft: Das Online-Auktionshaus Ebay. Bild: reuters
BERLIN taz | Ebay versucht den zäh laufenden Geschäften entgegen zu wirken und macht nach Handy- und EDV-Zubehör jetzt auch den Versand von stark nachgefragten Produkten wie CDs und Büchern für die Käufer kostenlos. Grund: Versandkosten seien für viele Käufer abschreckend.
Nun sind allerdings die privaten Verkäufer abgeschreckt, denn wenn man eine alte CD oder ein gelesenes Buch bisher für einen Euro anbieten konnte, würde man sich, kommen die Versandkosten oben drauf, nun auf ein Verlustgeschäft einlassen. Von der naheliegenden Konsequenz, dann mit einem höheren Startpreis einzusteigen, profitiert aber nur Ebay selbst. Denn unabhängig von einer ebenfalls anfallenden Provision, die mit dem Verkaufpreis steigt, werden ab einem Preis von 1,01 Euro 25 Cent Gebühren erhoben, ab zwei Euro 45 Cent, ungeachtet, ob das Produkt dann auch tatsächlich verkauft wurde.
Und auch die Käufer sind nicht begeistert, denn die Versandkosten schlagen sich in den Artikelpreisen nieder - da kommt auch bei Käufern von mehreren Artikeln, die früher einen Rabatt auf die Versandkosten bekommen hätten, einiges zusammen. In den Ebay-Foren herrscht entsprechender Unmut.
So schreibt Nutzer lufticus123: "Als privater Verkäufer habe ich Ebay in der Vergangenheit immer gern genutzt, um abgelegte Kinderkleidung und Bücher für Schule und Freizeit zu verkaufen. Die Änderung der Verkaufsmodalitäten mit der Einpreisung des Portos macht die Plattform leider für mich uninteressant, da gebrauchte Artikel häufig nur für einen Euro versteigert werden. Will ich das Porto einpreisen, zahle ich doppelt: Ich kann nicht mehr für einen Euro starten und muss am Ende sogar auf Porto Verkaufsprovision zahlen. Umschläge und Kartonagen werden auch von mir gekauft und, sofern ich diese Kosten weitergeben möchte, in gleicher Weise mit höherer Einstell- und Verkaufsgebühr belegt. Als privater Verkäufer werde ich daher die Plattform zukünftig nicht mehr nutzen."
Und "Bahndamm_Schattenseite" sucht nach Auswegen: "Meine Spontanüberlegung: Vesandkosten auf den Artikelpreis aufschlagen, Mehrfachkäufer zum Emailkontakt auffordern, weil es ja unfair wäre, wenn diese den Versand mit jedem Artikel erneut voll bezahlen müssen. Erfolgt die Kontaktaufnahme sollte es möglich sein, das Geschäft zumindest teilweise ohne Ebay anzuschliessen. Dann hätte derjenige verloren der sich diesen Bockmist hat einfallen lassen. Ist das praktikabel?"
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Leserkommentare
22.12.2009 12:27 | Sepp
Es wird auch Zeit, dass hood.de etwas kostet, damit sie endlich mehr Werbung machen können. ...
06.12.2009 00:28 | The One And Ebay
Als Verkäufer find ichs persönlich auch sch***e mit den Gebühren, andererseits kann man sich aber auch fragen, warum eBay A ...
29.11.2009 15:06 | Sepp
kiki: "..Wieso ging es nicht z.B.so ...