Kommentar von GERHARD DILGER
Auf den Jubel über die Vergabe der Olympischen Spiele 2016 nach Rio de Janeiro folgt die Ernüchterung. Mindestens 16 Tote, brennende Busse, martialischer Aufmarsch der Militärpolizei - wie passt das zum Traumbild der "Wunderbaren Stadt", das die Brasilianer dem IOC so gekonnt nahegebracht haben? Die Antwort darauf ist noch alarmierender als die Gewalt vom Wochenende, die es wohl nur wegen des spektakulären Hubschrauberabschusses durch die Drogenmafia in die Schlagzeilen der Weltpresse schaffte.
Ein Großteil der brasilianischen Gesellschaft nimmt, trotz aller Fortschritte der letzten Jahre, die Kluft zwischen Arm und Reich immer noch wie eine Naturkatastrophe hin. Ähnliches gilt für die staatlich sanktionierte Gegengewalt gegen Drogengangs und ihr soziales Umfeld. Monat für Monat fallen knapp 100 Menschen, darunter viele Unschuldige, den Kugeln von Rios Militärpolizei zum Opfer.
Doch gerade deswegen stellt Olympia 2016 für Rio und Brasilien eine Riesenchance dar. Schon heute gibt es in einigen Armenvierteln Pilotprojekte mit sozialer Ausrichtung, in denen auch die Polizei nicht nur als Repressionsmaschine in Erscheinung tritt. Weitaus bessere Schulen, Krankenhäuser, Wohnverhältnisse für alle - solche Initiativen müssen um ein Vielfaches ausgeweitet werden, um den Kindern der Favelas eine Perspektive jenseits des gefährlichen Traums vom schnellen Geld zu eröffnen.
Zugleich gilt es, die gescheiterten Wege gegen die organisierte Kriminalität um den Drogenhandel radikal zu überdenken - zu einem Milliardengeschäft wird er ja erst durch den einseitigen Ansatz von Verboten und Repression. Ehemalige Spitzenpolitiker aus Lateinamerika haben hierzu interessante Vorstöße unternommen. Jetzt wäre es an der Zeit, dass Lula, Chávez & Co das Thema zur Chefsache erklären.
Steht die Linkspartei vor dem Aus? Pirat Oliver Höfinghoff sagt ja: Frischer Wind blase aus einer anderen Richtung. Die Linke Caren Lay widerspricht. von Eva-Lena Lörzer

Starre Rituale, öde Debatten, ein Haus der Langeweile? Nicht in der Ukraine! Hier werden Parlamentsdebatten noch mit Leidenschaft, Herzblut und handfesten Argumenten geführt!

Echte Stars, begeisterte Fans, prima Shopping-Tipps - wir freuen uns auf die Fußball-Europameisterschaft.

Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
20.10.2009 18:36 | Carl von Alten
Der Kommentar geht in die richtige Richtung und stellt die wichtigen Fragen, die man in der sonstigen Presse nirgendwo find ...
20.10.2009 13:56 | Fabian
Sicherlich entwickelt sich in Rio einiges, in dieser Zeit, zum Positiven. Aber wieso erst wenn so ein großes Ereignis vor d ...
20.10.2009 11:22 | Dr.Reinhard Schramm
So etwas hätte mal vor jahren in Beijing passieren sollen und schon wären alle Kommentare ganz anders, ich kenne beide Städ ...