Kommentar von JULIA SEELIGER
Soziale Online-Netzwerke machen Spaß und sind praktisch. Immer mehr Menschen melden sich bei StudiVZ, Facebook und Co. an, um mit ihren Freunden zu kommunizieren, Geschäftsbeziehungen zu pflegen oder um Fotos und interessante Artikel mit Bekannten weltweit zu teilen.
Doch der Spaß hat seine Nebenwirkungen. So musste das Netzwerk SchülerVZ jetzt eine Datenpanne einräumen: Mit einem simplen Trick lassen sich die Daten von Millionen Kindern, die dort angemeldet sind, ausspähen. Mithilfe einer einfachen Abfrage ist es etwa möglich, alle 13-jährigen Mädchen aus der Schule nebenan herauszufiltern - und zwar mitsamt Foto. SchülerVZ redet sich damit heraus, dass das natürlich illegal ist. Dennoch muss sich das Mutterunternehmen VZ-Netzwerke fragen lassen, warum es beim Datenschutz nicht mehr Sorgfalt walten ließ.
Bei StudiVZ, dem großen Bruder von SchülerVZ, gab es schon einmal ein ähnliches Problem: Bilder wurden von Außenstehenden eingesehen, Nutzerinnen gestalkt und persönliche Daten ausgespäht. Das Vertrauen, das viele Nutzer dem Unternehmen und seiner Software entgegengebracht hatten, wurde also schon einmal enttäuscht.

Julia Seeliger ist Redakteurin bei taz online. Foto: anja weber
Gerade wenn es um Kinder geht, muss Datenschutz sehr ernst genommen werden. Denn Kinder müssen erst noch lernen, wie man in einem Netz, das jede Information bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag speichert, kommuniziert. Kinder wissen nicht, dass es schlechte Menschen gibt, die mit ihren Daten Übles anstellen können. Deshalb müssen Kinder besonders geschützt werden.
Datenschutz ist aber mehr als nur eine Frage der Technik. Bei SchülerVZ mangelt es wohl auch am Bewusstsein für die Relevanz von Datenschutz im digitalen Zeitalter. Eine interne Datenschutz-Strategie tut hier not. Außerdem sollten die Macher darüber nachdenken, wie sie ihre minderjährigen Nutzer noch besser über Datenschutz und den Wert von Privatsphäre aufklären können.
Das Vertrauen, das Millionen Eltern und ihre Kinder dem VZ-Netzwerk entgegengebracht haben, ist schwer erschüttert. Dabei ist das Vertrauen seiner Nutzer dessen größtes Kapital. Leider wurden die Änderungen in der Software, die schon seit Monaten überfällig waren, abermals erst nach den negativen Medienberichten in Angriff genommen. Jetzt bleibt SchülerVZ nur, die Scherben aufzukehren.
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Ob Ei, Mehl, Schuh oder Torte, schon so mancher Politiker wurde in der Vergangenheit Opfer einer Zuschauerattacke. Wer hat was abbekommen?

Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Disney erlaubt seinen Mitarbeitern endlich offiziell das Tragen von Gesichtsbehaarung. Anlass für ein taz-Bartquiz.

Leserkommentare
01.11.2009 13:38 | Thin of the Children
http://en.wikipedia.org/wiki/Think_of_the_children
22.10.2009 14:06 | mein name
ich kann mich der meinung von 'egal' voll anschließen. m.e. kann man schülervz nicht viel vorwerfen. unter 'meine privatsph ...
20.10.2009 17:16 | Phil
Kann mich nur wiederholen: ...