Teure Fäkalkunst: RTL muss für die Sprüche zahlen, die Dieter Bohlen als "Künstler" in der Castingsendung DSDS klopfte. Warum sich Künstler im ganzen Land darüber freuen sollten.von Kirsten Reinhardt

Künstler. Bild: dpa
"Das ist wie 'ne Kläranlage. Außen Beton, innen Scheiße." – "Wenn ich mir 'nen Döner ans Ohr halte, dann höre ich wenigstens das Schweigen der Lämmer. Aber bei dir, da ist einfach NICHTS!", "Das klingt, als wenn sie dir den Arsch zugenäht hätten und die Scheiße oben raus kommt." – "Ich sah früher immer so aus, wenn meine Mutter mir Zäpfchen in den Arsch geschoben hat."
Das Kunstverständnis der Richter des Kasseler Bundessozialgerichtes ist offenbar groß. Die großteils fäkal-akrobatischen Äußerungen, mit denen der blondierte Ex-Modern-Talking-Keyborder Dieter Bohlen Teilnehmer seiner Castingsendung "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) seit 2002 herabwürdigt, sind Kunst, entschieden sie in einem Gerichtsurteil. Als "entscheidender Teil des Showkonzeptes" seien sie nicht als Expertenmeinung, sondern als künstlerischer Beitrag zu verstehen.
Mit diesem Urteil fallen Bohlen und seine DSDS-Mitjuroren als "Künstler" unter die Rechtssprechung der Künstlersozialkasse (KSK). Diese Institution ersetzt freiberuflich arbeitenden Kunst- und Kulturschaffenden gewissermaßen den Arbeitgeber und zahlt Ihnen einen Anteil an Renten- und Krankenversicherung. Für viele freischaffende Künstler ist so die Basis ihrer Existenz.
Bohlen und seine KollegInnen hatten nach Angaben des Gerichts für ihre Arbeit bei DSDS zwischen 2001 und 2005 insgesamt etwa vier Millionen Euro erhalten. Dafür wollte die Künstlersozialkasse als Teil der gesetzlichen Sozialversicherung 173 462,92 Euro allein für die ersten beiden Staffeln vom Sender haben. RTL hatte die Zahlung verweigert und gegen die erste Forderung der KSK geklagt. Nach Meinung des Senders würden die Juroren lediglich als "Experten" auftreten und keiner künstlerischen Tätigkeit nachgehen. Sie hätten auch selbst nicht den Anspruch, Künstler zu sein. "Ansonsten wäre auch jeder Sportrichter ein Künstler, und dieser Begriff würde ausufern.", so ein RTL-Anwalt.
Die Entscheidung der Richter indes ist eindeutig: Deutschland sucht den Superstar "ist eine Unterhaltungsshow, und die Juroren tragen mit ihren mehr oder minder witzigen Kommentaren im nicht geringen Maße zu dieser Unterhaltung bei", sagte auch der Anwalt der KSK. Dabei gehe es nicht um die Qualität der Bemerkungen.
Ein kleiner Trost für alle Künstler dieses Landes, die sich angesichts des Neuzuwachses in Ihrer Gemeinde diskreditiert sehen: Seht es solidarisch! Die Künstlersozialkasse kann jede Finanzspitze gebrauchen und letztlich profitiert davon jeder arme, freie Künstler.
Im Dokumentarfilm "Revision" erinnert Regisseur Philip Scheffner an zwei Männer, die 1992 an der polnisch-deutschen Grenze getötet wurden. von Ulrich Gutmair

Egal ob in Ost-, West-, Südeuropa oder in Kaschmir – überall ist es kalt. Verdammt kalt. Für viele Menschen ist das dramatisch und sogar lebensgefährlich. Aber die Kälte bringt auch Schönes und Erfreuliches.

77.000 Deutsche reisen jährlich auf die Malediven. Gerade herrschen Turbulenzen im Inselparadies: Soldaten schlagen Polizisten und die schlagen den Präsidenten. Am Ende geht nicht die Insel, sondern der Präsident unter.

Ob Ei, Mehl, Schuh oder Torte, schon so mancher Politiker wurde in der Vergangenheit Opfer einer Zuschauerattacke. Wer hat was abbekommen?

Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Leserkommentare
23.01.2010 11:46 | Petra
Ich kann die Freude der TAZ darüber nicht nachvollziehen. Ich finde die KSK NICHT sozial. Sie schädigt einem ganzen Berufsz ...
11.01.2010 16:44 | Wilhelm Westerkamp
Ja, "DSDS" mit Dieter Bohlen hat wieder begonnen. Dieser Mann, dessen Frauen ob Naddel oder Pod, sich für den lieben Dieter ...
04.10.2009 09:19 | vic
Dieses Volk liebt seltsame Menschen.