Die vom französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy beauftragten Nobelpreisträger haben Vorschläge zur Berechnung des Wohlstandes jenseits des Bruttoinlandsproduktes gemacht.von STEPHAN KOSCH

Nobelpreisträger Stiglitz erklärt den französischen Politikern die Welt. Bild: reuters
BERLIN taz/afp | Das Wirtschaftswachstum dürfte bald am Ende sein - zumindest als entscheidendes Maß für den Wohlstand eines Landes. Davon ist der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy überzeugt.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) habe ausgedient und müsse ergänzt werden um die Qualität von Umweltschutz, Sozialleistungen und öffentliche Dienstleistungen, sagte Sarkozy diese Woche in Paris. Der Klimawandel und eine Reform des Kapitalismus seien mit der "Religion der Ziffern" und der "Religion des Marktes" nicht zu lösen. "Frankreich wird dafür kämpfen, dass alle internationalen Organisationen ihr Statistiksystem ändern."
In welche Richtung sich die Datensammler weltweit orientieren sollen, hat eine von Sarkozy eingesetzte hochrangige Kommission in den vergangenen zwei Jahren erarbeitet. Fünf Nobelpreisträger, unter anderem der frühere Weltbankpräsident Joseph Stiglitz, haben gemeinsam mit anderen Experten bestehende Indizes verglichen und jetzt entsprechende Vorschläge vorgelegt.
Statt allein auf das Wirtschaftswachstum zu schauen, fordert die Kommission die Statistiker auf, das gegenwärtige "Wohlergehen" eines Landes zu ermitteln. Dabei spiele das BIP weiterhin eine Rolle. Allerdings müssten zum Beispiel auch das gemittelte Haushaltseinkommen, Familienarbeit, Freizeit, Gesundheit und der Zustand der Umwelt mit einbezogen werden.
Getrennt von den Möglichkeiten zur Messung des aktuellen Wohlergehens behandelt die Kommission die Frage, wie nachhaltig ein Land seinen Wohlstand erwirbt. Denn hierbei gehe es um Aussagen über die Zukunft. Und diese seien wegen der Vielzahl von unterschiedlichen Faktoren, deren Entwicklungen voneinander abhängen, noch komplizierter zu berechnen als der Wohlstand eines Landes.
Ein Autofahrer habe ja schließlich auch wenig von einem Tacho, dessen Nadel ihm gleichzeitig die Geschwindigkeit und den Benzinstand anzeige. Stattdessen müssten die Statistiker ein Armaturenbrett errichten, das die relevanten unterschiedlichen Daten nebeneinander zeige.
Auch die EU denkt über neue Statistiken nach. "Um die Welt zu verändern, müssen wir die Art und Weise ändern, wie wir die Welt verstehen", hatte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas vergangene Woche gesagt. "Dafür müssen wir über das BIP hinausgehen." Ein entsprechendes Versuchsprojekt ist für das kommende Jahr geplant.
Robert Zoellick hat keine Lust mehr. Der Weltbankchef strebt keine zweite Amtszeit an. Als Nachfolgerin wird unter anderem US-Außenministerin Hillary Clinton gehandelt.

Egal ob in Ost-, West-, Südeuropa oder in Kaschmir – überall ist es kalt. Verdammt kalt. Für viele Menschen ist das dramatisch und sogar lebensgefährlich. Aber die Kälte bringt auch Schönes und Erfreuliches.

77.000 Deutsche reisen jährlich auf die Malediven. Gerade herrschen Turbulenzen im Inselparadies: Soldaten schlagen Polizisten und die schlagen den Präsidenten. Am Ende geht nicht die Insel, sondern der Präsident unter.

Ob Ei, Mehl, Schuh oder Torte, schon so mancher Politiker wurde in der Vergangenheit Opfer einer Zuschauerattacke. Wer hat was abbekommen?

Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Leserkommentare
22.09.2009 15:15 | Axel Dörken
Die Dinge sind, wie wir sie selbst erleben und bewerten (wollen). ...
17.09.2009 13:25 | peter kelczynski
dieses neue denken wird es schwer haben in deutschland. kaum eine nachrichtensendung hier, in der nicht das wachstum allein ...