"Die Islamkonferenz ist ein fossiles Entschuldigungskonstrukt für nicht vorhandene echte Berührung", sagt Jochen Kühling vom deutsch-türkischen Label Plak Musik.

Bild: matthias b. krause
BERLIN taz | „In HH kannte ich kaum Türken – und mit einem Mal war ich Mitglied einer türkischen Familie.“ So erinnert sich Jochen Kühling an die Gründungszeit von Plak Music. Das deutsch-türkische Label hatte er 2003 mit seinem Freund Ünal Yüksel auf die Beine gestellt.
Bei seiner Arbeit mit türkischstämmigen Musikern in Deutschland ist ihm aufgefallen, dass einige erst lernen mussten, frei zu reden. „Einfach nur, weil man Musik machen will, muss man auch woanders helfen, sonst kommt die Musik nicht zustande.“
Seine Bilanz: „Eigentlich haben wir immer noch diese parallelen Identitäten." Und viele Vorurteile hielten sich: „Ehrenmord – bei uns würde das heißen: Familientragödie", nennt Kühling dafür als Beispiel.
Unser Land müsse sich neu definieren „als ein Land von sehr vielen Nationen, die hier wahrscheinlich noch mehr reinkommen werden“. Und „die Islamkonferenz ist wie ein fossiles Entschuldigungskonstrukt für nicht vorhandene echte Berührung.“
Es gehe ums Kleine im Alltag, aber auch um die ganz großen Entscheidungen: „Es wäre ein ziemlicher Fehler, die Türkei nicht in die EU zu holen", meint der Label-Manager. "Irgendwann drehen die sich um und dann sind woanders. Die sind nämlich ganz schön stolz, die Türken.“
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Leserkommentare
15.06.2011 13:23 | Mona
@Arthur ...
15.06.2011 13:23 | Ariel Manto
Ich habe schon viele schlechte Argumente für den EU-Beitritt der Türkei gehört, aber Kühlings Argument "wir sollten die Tür ...
15.06.2011 13:20 | Mona
@Arthur ...