Bei einem Nato-Angriff in der Nähe von Kundus sind mindestens 50 Menschen getötet worden. Auf Anfrage der Bundeswehr bombardierte ein Nato-Flugzeug zwei von Rebellen entführte Tanklaster.

"Vermutlich" seien keine Unbeteiligten ums Leben gekommen, erklärt die Bundeswehr. Bild: dpa
BERLIN/KUNDUS dpa | Bei einem von der Bundeswehr im nordafghanischen Kundus angeforderten Luftangriff auf zwei gekaperte Tanklastzüge sind Dutzende Menschen getötet worden. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos sagte, die Bundeswehr gehe von mehr als 50 getöteten Aufständischen aus.
"Vermutlich" seien keine Unbeteiligten ums Leben gekommen, als zwei von den radikal-islamischen Taliban in ihre Gewalt gebrachte Tanklastlastzüge am Freitag bombardiert wurden und dann explodierten. Der Gouverneur der Provinz Kundus, Mohammed Omar, gab die Zahl der Getöteten dagegen mit 90 an und sagte, die Hälfte davon seien Zivilisten gewesen.
Der Sprecher des Einsatzführungskommandos sagte, das deutsche Wiederaufbauteam (PRT) in Kundus habe die Luftunterstützung erbeten. Die Internationale Schutztruppe ISAF und afghanische Stellen richteten eine Untersuchungskommission ein.
Nach Angaben der Bundeswehr hatten Taliban-Kämpfer in der Nähe von Kundus einen Kontrollposten errichtet und dort gegen 1.50 Uhr Ortszeit zwei beladene Tanklastzüge in ihre Gewalt gebracht. Die Taliban hätten den Treibstoff in den Unruhedistrikt Char Darah bringen und selbst nutzen wollen. Die Aufständischen seien entdeckt und gegen 2.30 Uhr Ortszeit erfolgreich bekämpft worden. Zivilisten seien vermutlich nicht getötet worden. Deutsche Soldaten seien seien nicht verletzt worden, teilte die Bundeswehr mit.
Gouverneur Omar sagte, der Treibstoff sei für die Bundeswehr bestimmt gewesen. Der britschen BBC sagte einer der Fahrer der Tanklastzüge, die Taliban hätten zwei seiner Kollegen bei der Kaperung der Lkw geköpft.
Mohammad Akbar aus dem Dorf Hadschi Amanullah, in dem es zu dem Bombardement kam, sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa, die Taliban hätten den Treibstoff mit den Dorfbewohnern geteilt. "Sowohl Taliban als auch gewöhnliche Menschen brachten das Benzin nach Hause, als ein Armeejet Bomben auf die Tanklastzüge warf." Ein Angehöriger der afghanischen Sicherheitskräfte, der ungenannt bleiben wollte, sprach von 200 Toten und Verwundeten. Er sagte, wegen der Taliban-Präsenz in dem Dorf könne es dauern, bis klar werde, wie viele der Opfer Aufständische und wie viele Zivilisten gewesen seien.
Die Bundeswehr selber hat mit den Tornados in Afghanistan zwar Aufklärungsjets, aber keine Flugzeuge für Bombenangriffe. Werden Luftangriffe bei der Internationalen Schutztruppe ISAF angefordert, übernehmen das etwa die Amerikaner oder Briten. Der neue ISAF- Kommandeur Stanley McChrystal hat mehrere Anweisungen erlassen, um zivile Opfer bei Militäroperationen zu verringern. Die zivilen Opfer sorgen für wachsenden Unmut in der afghanischen Bevölkerung.
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Leserkommentare
16.09.2009 13:39 | G. H. Pohl
04.09.2009 12:54 Uhr: ...
09.09.2009 16:49 | besser nicht alles glauben!!!
Es gibt auch ein paar Fakten mehr die zu Gunsten der Bundeswehr ausfallen. ...
07.09.2009 07:20 | vic
Inzwischen gibt es einige Fakten mehr. Und die fallen nicht zu Gunsten der Bundeswehr aus. Und schon gar nicht zu Gunsten v ...