Jahrelang hat die Berliner Innenbehörde dagegen gekämpft, nun musste sie endgültig nachgeben: Der Name "Djehad" ist in Deutschland erlaubt, er gefährde nicht das Wohl des Kindes.

Jungen wie er dürfen ab sofort "Djehad" heißen. Bild: chrisroll/photocase
BERLIN dpa | Nach jahrelangem Streit kommt jetzt erstmals in Deutschland "Djehad" als männlicher Vorname ins Geburtenregister. Das Berliner Kammergericht hatte in letzter Instanz entschieden, dass der Vorname nicht verunglimpfend sei und auch nicht das Wohl des Jungen gefährde. "Die Verwaltung hat diese Entscheidung umzusetzen", teilte am Mittwoch die Behörde von Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) mit.
"Es gibt keine weiteren Schritte von unserer Seite, es ist definitiv Schluss", hieß es in der Verwaltung. Bislang hatte sich ein Standesamt in der Hauptstadt geweigert, die Namensurkunde auszustellen, weil "Djehad" "Heiliger Krieg" bedeute und in Deutschland seit dem 11. September 2001 stark negativ besetzt sei.
Dem folgte das Kammergericht nicht. Die Namenswahl sei unbedenklich, hatte das Gericht am Dienstag mitgeteilt. Djehad sei im Arabischen ein gebräuchlicher Vorname. Damit werde die Verpflichtung von Muslimen zum Einsatz für die Verbreitung des Glaubens unterstrichen. Daran ändere auch nichts, dass radikale Islamisten den Begriff für den bewaffneten Kampf gegen Ungläubige auch mit terroristischen Mitteln verwendeten.
Das Recht der Eltern zur Namenswahl könne nicht eingeschränkt werden. Auf ihre Motive bei der Wahl des Namens für den Nachwuchs komme es nicht an.
Die Behörde von Körting hatte Beschwerde eingelegt, weil bereits die Vorinstanzen zugunsten des Vaters entschieden hatten, der in der islamistischen Szene bekannt sein soll.
Immer wieder kommt es bundesweit zu Namens-Streitigkeiten. Nicht zugelassen sind beispielsweise Borussia wie der Name des Sportvereins, Heydrich wie der Name des SS-Funktionärs während der Nazi-Zeit oder Tom Tom wie die Marke eines Navigationsgerätes. Dagegen dürfen Eltern ihre Kinder Windsbraut (weiblich), Pumuckel (männlich), November (männlich und weiblich) oder Fanta (weiblich) nennen.
Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat ermittelt, dass heute mehr als 10 000 Rufnamen im Umlauf sind. Vor etwa 50 Jahren seien es noch etwa 1000 gewesen.
(Beschluss des Kammergerichts vom 30. Juni 2009 - Az. 1 W 93/07)
Kinderschaukeln und knackige Männerkörper: In Doris Dörries "Glück" sind die Emotionen billig zu haben. Für das Publikum soll es nicht zu kompliziert werden. von Cristina Nord

Egal ob in Ost-, West-, Südeuropa oder in Kaschmir – überall ist es kalt. Verdammt kalt. Für viele Menschen ist das dramatisch und sogar lebensgefährlich. Aber die Kälte bringt auch Schönes und Erfreuliches.

77.000 Deutsche reisen jährlich auf die Malediven. Gerade herrschen Turbulenzen im Inselparadies: Soldaten schlagen Polizisten und die schlagen den Präsidenten. Am Ende geht nicht die Insel, sondern der Präsident unter.

Ob Ei, Mehl, Schuh oder Torte, schon so mancher Politiker wurde in der Vergangenheit Opfer einer Zuschauerattacke. Wer hat was abbekommen?

Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Leserkommentare
10.09.2009 23:15 | sally
Djehad bedeutet keinesfalls Heiliger Krieg. ...
06.09.2009 10:20 | Carmen
Nochmal zum Wort selbst und um Dinge komplizierter zu machen: Djihad kommt vom dritten Stamm des Verbes djahada und bedeute ...
05.09.2009 07:41 | vic
@ jomaberlin