Ein Viertel der deutschen Unternehmer überprüft Bewerber im Internet, so eine neue Studie. So können lustige Partybilchen im Netz zum Karrierekiller werden.von THOMAS SALTER

Welcher Southpark-Charakter bist du? Und wie gefällt das potentiellen Arbeitgebern? Bild: screenshot facebook
BERLIN taz | Freiherzige Facebook-Accounts können bei der Jobsuche zum Problem werden. In einer Umfrage des Dimap-Instituts unter Arbeitgebern gaben 28 Prozent der Unternehmen an, sie würden bei der Auswahl von Bewerbern gezielt nach persönlichen Informationen im Internet suchen. Dabei gaben die Befragten an, private Karriereportale und soziale Netzwerke wie Facebook oder StudiVZ zu nutzen.
Rechtlich ist an dieser Praxis nichts auszusetzen, erklärt Thilo Weichert, Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz in Schleswig-Holstein: "Die Nutzung von Daten, die bereits veröffentlicht sind, ist frei", sagt er. Internetnutzer müssten sich dieser Möglichkeit bewusst sein und sich mit privaten Infos im Netz zurückhalten.
Genauso sieht es Dietmar Müller, Sprecher des Bundesbeauftragten für Datenschutz: "Der Nutzer ist der Hauptakteur, er ist für seine Daten verantwortlich." Er appelliert jedoch an die Betreiber der Internetplattformen, den Nutzern Datenschutzvorgaben zu machen. Es müsse schon bei der Eingabe von privaten Daten die Möglichkeit bestehen, dass diese nicht für alle sichtbar sind. Die Politik sei in diesem Fall nicht verantwortlich.
Silke Stokar, innenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen, sieht dennoch Handlungsbedarf. Zwar liegt auch für sie die Verantwortung beim Nutzer. Aber es müsse gesetzlich geregelt werden, was Arbeitgeber in elektronische Personalakten aufnehmen dürfen. Dafür fordert sie ein Arbeitnehmerdatenschutzgesetz.
Gisela Piltz, innenpolitische Sprecherin der FDP hält die rechtliche Situation für ausreichend: "Für Facebook oder StudiVZ brauchen wir kein eigenes Datenschutzrecht, sondern die Durchsetzung des geltenden Rechts", sagt sie. Wer sich in sozialen Netzwerken anmelde, müsse eigenverantwortlich mit seinen Daten umgehen. Dafür könne es kein Gesetz geben.
Das Bundesministerium für Verbraucherschutz hatte die Studie in Auftrag gegeben. Im Juli wurden 500 Unternehmen befragt. Vor allem große Unternehmen nutzten demnach das Internet, um sich über Bewerber zu informieren: Von den Firmen mit mehr als 1.000 Angestellten sind es 46 Prozent. Dagegen sind es nur 21 Prozent der Unternehmen mit weniger als 100 Angestellten.
Zwar sind in diesen Zahlen auch Karrierenetzwerke wie Xing enthalten. Aber viele Unternehmen nutzen auch soziale Netzwerke wie Facebook. Von den Unternehmen, die ihre Bewerber so überprüfen, sagte die Hälfte, sie täten dies schon bei der Vorauswahl. Das heißt: Wer sich auf StudiVZ schlecht präsentiert, wird gar nicht erst zum Bewerbungsgespräch eingeladen.
Auf Anfrage wollte kein Unternehmen dieses Vorgehen bestätigen. Die Unternehmensberatung Roland Berger, bekannt für ihre intensiven Auswahlverfahren, gab an, die Portale "derzeit nicht systematisch zu nutzen". Um dann einzuschränken: "Jobsucher sollten aber auf der Hut sein, welche Spuren sie im Netz hinterlassen", sagte ein Sprecher.
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Ob Ei, Mehl, Schuh oder Torte, schon so mancher Politiker wurde in der Vergangenheit Opfer einer Zuschauerattacke. Wer hat was abbekommen?

Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Leserkommentare
24.08.2009 16:49 | Frank
interessant ist in dem Zusammenhang doch auch wie es in einigen Jahren wirken wird, wenn keine, nur unvollständige oder "ge ...
21.08.2009 13:59 | Fraumeier
Viele facebook Nutzer schützen ihr Benutzerkonto nicht. Stimmt tatsächlich: einfach über Google mal reinschnuppern. Klingt ...
21.08.2009 12:53 | Horst
@Oliver @Tim ...