Eigentlich wirkt das Brandenburglied wie eine harmlose Heimathymne. Doch ihr Komponist steckte tief im braunen Sumpf, wie neue Dokumente zeigen.von UWE RADA
Diesmal könnte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) das Singen vergehen. Nachdem schon im letzten Jahr bekannt wurde, dass der Komponist der Brandenburghymne "Märkische Heide", Gustav Büchsenschütz (1902-1996), bekennender Nazi war, hat der Bielefelder Historiker Daniel Siemens nun neue Einzelheiten vorgelegt. Diese zeigen, so Siemens gegenüber der taz, "dass Büchsenschütz schon beim Entstehen des Liedes 1923 mit dem völkischen Milieu verbunden war".
Dass die "Märkische Heide", von Matthias Platzeck gerne auch bei offiziellen Anlässen gesungen, braunes Liedgut war, ging aus einem 2008 entdeckten Zeitschriftenartikel hervor. In der Erstausgabe der Brandenburger Hefte, die 1934 von Wilhelm Kube, dem NSDAP-Gauleiter Brandenburg, herausgegeben wurden, schrieb Büchsenschütz unter anderem: "Auf den großen Veranstaltungen der NSDAP im ,Sportpalast' und im Lustgarten erklang das Brandenburg-Lied und warb immer neue Kämpfer für das neue Deutschland."
Märkische Heide, märkischer Sand, sind des Märkers Freude, sind sein Heimatland.
Refrain: Steige hoch, du roter Adler, hoch über Sumpf und Sand, hoch über dunkle Kiefernwälder, Heil dir mein Brandenburger Land.
Uralte Eichen, dunkler Buchenhain, grünende Birken stehen am Wiesenrain. Refrain
Blauende Seen, Wiesen und Moor, liebliche Täler, schwankendes Rohr. Refrain
Knorrige Kiefern leuchten im Abendrot, sahn wohl frohe Zeiten, sahn auch märksche Not. Refrain
Bürger und Bauern vom märkschen Geschlecht, hielten stets zur Heimat in märkscher Treue fest! Refrain
Hie Brandenburg allewege - sei unser Losungswort! Dem Vaterland die Treue in alle Zeiten fort. Refrain
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Infos: www.pension-senftenberg.de/LandundLeute1.html</typohead>
Damals konnte Brandenburgs Landesregierung noch argumentieren, Büchsenschütz sei kein NSDAP-Mitglied gewesen und seine Hymne sei ein harmloses Heimatlied. Nun aber hat Siemens entdeckt, dass der Komponist schon Anfang der 20er-Jahre Mitglied des antidemokratischen Bismarckordens war. Dessen Chef war derselbe Kube, für den Büchsenschütz geschrieben hatte. Während des Krieges war Kube als Generalkommissar von Weißrussland für die Ermordung hunderttausender Juden verantwortlich.
Für Siemens, der seine Erkenntnisse in einer neuen Biografie von Horst Wessel vorlegt, ist die Mitgliedschaft im Bismarckorden ein Hinweis darauf, "dass Wessel und Büchsenschütz aus derselben völkischen ideologischen Ecke kommen".
Im Deutschen Musikarchiv hat Siemens auch viele Schallplatten dieser Zeit gefunden: "Auf der A-Seite fand sich das Wessel-Lied, und auf der B-Seite das Lied von Büchsenschütz." Nicht zuletzt deshalb wundert sich der Historiker, "warum das Horst-Wessel-Lied immer noch verboten ist, während die Märkische Heide bei offiziellen Anlässen gesungen wird".
Für die Linkspartei sind die neuen Dokumente ein Grund, die Abschaffung der Brandenburghymne zu fordern. "Man sollte zeitgenössische Künstler auffordern, eine neue Hymne zu entwerfen", sagt Spitzenkandidatin Kersin Kaiser. Brandenburgs Regierungssprecher Thomas Braune aber will erst einmal die Veröffentlichung des Buchs am 22. August abwarten.
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Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Leserkommentare
15.10.2009 16:19 | maus83
Ich komme aus Brandenburg und mich regt so etwas nur tierisch auf. Ich finde es schade, dass durch solche angefangenen Deba ...
13.08.2009 22:42 | Stimme der Vernunft
@Flo und Nigredo:
Hysterie ist hier wohl fehl am Platze und ebenso die Forderung nicht genehme Meinungen hier z ...
13.08.2009 17:29 | Jan Engelstädter
@ Nigredo: ...