Die Entlassenen von New Fabris bekommen 12.000 Euro und lassen die Fabrik stehen. Die Bevölkerung steht hinter den Aktionen von Belegschaften bedrohter Betriebe.von DOROTHEA HAHN

Sie gehen erhobenen Hauptes nach Hause: Die ehemaligen Mitarbeiter von New Fabris. Bild: ap
PARIS taz | Die 366 ehemaligen Arbeiter des Autoteile-Herstellers New Fabris in Châtellerault in Westfrankreich haben ihre Fabrik nicht in die Luft gejagt. Stattdessen entscheiden sie sich in einer geheimen Abstimmung dafür, die angebotete Abfindung von 12.000 Euro anzunehmen. "Wir können erhobenen Hauptes nach Hause gehen", sagte der ehemalige Betriebsratschef von New Fabris und Sprecher der Entlassenen Guy Eyermann seinen KollegInnen zum Abschluss. Zugleich fand er böse Worte für Regierung, die nur ein "erbärmliches" Angebot gemacht habe, und die größte Gewerkschaft Frankreichs. "Der Platz von CGT-Chef Bernard Thibault wäre in unserer Demonstration gewesen."
Am Tag vor der letzten Vollversammlung hatten die "New Fabris" zu einer "nationalen Demonstration der Entlassungsopfer" in ihrer Stadt Châtellerault aufgerufen. Zu der Demonstration mit rund 3.000 TeilnehmerInnen kamen Delegationen aus zahlreichen anderen französischen Fabriken, die schließen werden. In einigen von ihnen hatten die Belegschaften ihre Manager als Geiseln genommen. Die Spitzen der französischen Linken blieben fern.
Die Annahme der Abfindungsprämie, die weit unter den ursprünglich geforderten 30.000 Euro liegt, beendet den Kampf der "New Fabris" - ohne die Sprengung der Fabrik und der darin befindlichen Maschinen und Roboter, die die Entlassenen angedroht hatten. Sie hatten die Prämie zusätzlich zu den gesetzlich vorgesehenen Hilfen für Entlassene verlangt.
Bezahlen sollten die Prämien die beiden langjährigen Hauptkunden ihrer Fabrik: die Autohersteller Renault und PSA, die New Fabris mit ihrer Vertragsaufkündigung den Gnadenstoß gegeben hatten. Nachdem die Entlassenen keine befriedigende Antwort auf ihre Forderung bekamen, hatten sie Anfang Juli 19 Gasflaschen auf dem Dach ihrer Fabrik installiert.
Aufgeschreckt durch die unerwartet radikale Drohung bot Industrieminister Christian Estrosi Vermittlungsgespräche an. Allerdings verlangte der enge Vertraute von Staatspräsident Nicolas Sarkozy, dass vor Beginn der Gespräche die Gasflaschen vom Dach geholt wurden und die Sprengungsdrohung gestrichen wurde. "Ich verhandele nicht unter Druck", sagte Estrosi.
In späteren Kommuniqués verlangte er von den gewerkschaftlichen Vertretern der Entlassenen, darunter Mitglieder aller großen französischen Gewerkschaften, dass sie ihren Einfluss auf die Ex-Belegschaft nutzen, um deren Sprengwut zu beruhigen. Am Freitag, nachdem der Konflikt bei den "New Fabris" entschärft war, stürzte Estrosi sich sogleich auf das nächste explosive Dossier: das Unternehmen Molex. Auch dort wehren sich die Beschäftigten mit radikalen Methoden gegen ihre Entlassung.
Ein großer Teil der Franzosen verfolgte den Kampf der "New Fabris" mit Anteilnahme. Eine Meinungsumfrage der Zeitung Humanité fand diese Woche heraus, dass die Mehrheit der Bevölkerung sowohl Verständnis - wenn auch keine Billigung - für die Freiheitsberaubung von Managern hat als auch für die Drohung mit Betriebssprengungen.
Doch die Spitzen der großen Gewerkschaften in Paris unterstützten die Bewegung der "New Fabris" nicht. "Die Gewaltdrohung führt in die Sackgasse", erklärt die CGT.
Teil I des Tickers zum Aufmarsch der Neonazis in Dresden – und zu den Kundgebungen gegen sie.

Egal ob in Ost-, West-, Südeuropa oder in Kaschmir – überall ist es kalt. Verdammt kalt. Für viele Menschen ist das dramatisch und sogar lebensgefährlich. Aber die Kälte bringt auch Schönes und Erfreuliches.

77.000 Deutsche reisen jährlich auf die Malediven. Gerade herrschen Turbulenzen im Inselparadies: Soldaten schlagen Polizisten und die schlagen den Präsidenten. Am Ende geht nicht die Insel, sondern der Präsident unter.

Ob Ei, Mehl, Schuh oder Torte, schon so mancher Politiker wurde in der Vergangenheit Opfer einer Zuschauerattacke. Wer hat was abbekommen?

Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

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