• 31.07.2009

Video der Woche

"Isch kandidiere"

Horst Schlämmer will Bundeskanzler werden. Im Wahlwerbespot zeigt er sich so wie er ist: Häßlich, verkatert, zerzaust. Trotzdem hat er viele prominente Unterstützer.von PAUL WRUSCH

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Mut hat er tatsächlich. Mut, sich so zu zeigen, wie er nunmal ist. Hässlich, verkatert, zerzaust. Oberflächlichkeiten sind nicht seine Sache. Im Trenchcoat kommt sein Bierbauch hervorragend zur Geltung, mit der Herrenhandtasche setzt er Trends, Vokuhila und Schnurrbart zeugen von Männlichkeit und seinen Gesprächspartner schickt er eine Duftwolke aus Schnaps und kaltem Rauch entgegen. Ein Mann aus dem Volk, für das Volk.

 

Erst wenige Wochen ist die HSP alt, es bleibt also kaum noch Zeit, bekannt zu werden. Eine Taktik von Schlämmer: Dem politischen Gegner Angst machen. So stellt sich der HSP-Spitzenkandidat persönlich mit seinem Programm Jürgen Rüttgers (CDU) und Cem Özdemir (Grüne) vor.

 

Die politische Ausrichtung der HSP: liberal, konservativ und links. Für jeden ist etwas dabei, das ist Politik der Zukunft. Und auch die politischen Forderungen lassen kaum Wünsche übrig: Bedingungsloses Grundeinkommen für alle, ab der Geburt: 2500 Euro. Weg mit Rauchverbot und Verkehrssünderkartei, kostenlose Schönheits-OPs und Solariumbesuche, um hier nur einige zu nennen.

 

Horst Schlämmer scheut nicht den Vergleich mit den Großen der Welt (Slogan: „Yes Weekend“) und ist sich nicht zu fein, von ihnen zu lernen. Er setzt im Wahlkampf aufs Netz, ist in sämtlichen sozialen Netzwerken vertreten – auch das mit Erfolg. Bei Facebook hat er 26.000 Fans, fast doppelt so viele wie Angela Merkel.

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