Die Pläne der EU zum Verkauf von Fleisch und Milch geklonter Tiere stoßen in Deutschland fraktionsübergreifend auf Ablehnung. Bundesagrarministerin Aigner (CSU) jedoch unterstützt den Vorschlag.

Geklonte Tiere, wie diese walisischen Bergschafe, sind in Deutschland nicht mal Stars im Streichelzoo. Bild: dpa
BERLIN epd/dpa | Die von den EU-Agrarministern befürwortete Vermarktung des Fleischs von Nachkommen geklonter Tiere stößt in Deutschland auf große Skepsis. "Die EU-Agrarminister üben sich in vorauseilendem Gehorsam gegenüber den USA", sagte Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn. "Statt die mögliche Vermarktung von Fleisch der Nachkommen von geklonten Tieren zu regeln, sollte der Import von diesem Fleisch verboten werden", meinte sie.
Das EU-Parlament hat am Dienstag bereits Widerstand gegen den Gesetzesvorschlag angekündigt. Auch Union, SPD, Bauernverband und Ernährungsindustrie äußerten Bedenken. Sie forderten vor allem eine klare Kennzeichnung von Klonfleisch.
"Wir sind gegen das Klonen und müssen verhindern, dass Klonfleisch ungeprüft und ungekennzeichnet den Weg ins Supermarktregal findet", sagte der CDU-Agrarexperte Peter Bleser. Die Verbraucher müssten aber letztlich selbst entscheiden.
Die SPD verwies darauf, dass Fleisch aus der Zucht von Klontieren im Widerspruch zu den Anforderungen des Tierschutzes stehe. Beim Klonen werden Leihkühen Embryonen mit dem gewünschten Erbgut eingepflanzt. Die agrarpolitische Sprecherin der SPD, Waltraud Wolff, forderte zusammen mit Michael Goldmann, dem Agrarexperten der FDP, eine klare Kennzeichnung. Der Chef der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, Jürgen Abraham, kritisierte, dass es noch keine wissenschaftliche Folgenabschätzung gebe. Weder Handel noch Verbraucher würden diese Ware akzeptieren. Der Lebensmittelchemiker und Buchautor Udo Pollmer sagte indes im rbb-Inforadio, er habe keine Bedenken gegen das Fleisch von Nachkommen geklonter Tiere, es seien so gut wie keine Risiken mit dem Verzehr verbunden.
Überrascht zeigte sich der Deutsche Bauernverband von der Verordnung der EU-Agrarminister vom Montagabend, die ohne vorherige ethische Diskussion vorbereitet worden sei. Diese sei aber unabdingbar und müsse am Anfang jeder Entscheidung stehen, sagte Bauernverband-Sprecher Michael Lohse.
Die EU-Agrarminister hatten sich am Montag in Luxemburg dafür ausgesprochen, Fleisch von Nachkommen geklonter Tiere unter strengen Auflagen zuzulassen. Jedes Produkt soll demnach von der EU-Lebensmittelbehörde Efsa genau geprüft werden, bevor es auf den Markt kommt. Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) trägt den Gesetzesvorschlag mit, obwohl sie dem Klonen in der Lebensmittelproduktion nach eigenen Worten "sehr kritisch" gegenübersteht.
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Leserkommentare
24.06.2009 20:33 | WilderWusel
Was nützt schon eine Kennzeichnung,dass es sich um Fleisch von geklonten Tieren handelt?Sowas dürfte überhaupt nicht auf de ...
24.06.2009 14:03 | Dütsch Jette
Es geht bei diesen Gen-Patenten nicht um Ethik. Es geht darum den Produzenten und den Verbraucher abhängig zu machen von Pa ...