Kommentar von BEN SCHWAN
Zum Schluss gab es nochmal einen netten Beschluss vom SPD-Parteivorstand: "Löschen vor Sperren", hieß es in dem Papier, das am vergangenen Samstag verbreitet wurde. Ein paar Nachbesserungen hier, ein paar schöne Worte dort, doch Ursula von der Leyens umstrittenes Internetsperrengesetz wird wohl durchkommen.
Die Sperrliste an sich kommt nach wie vor ohne jede demokratische Kontrolle vom BKA. Eine "unabhängige Expertenkommission", angesiedelt beim Bundesdatenschutzbeauftragten, soll nun aber zusätzlich darüber wachen, dass tatsächlich nur Kinderpornos gesperrt werden. Wie gut das funktioniert, wird sich zeigen. Dass noch nicht einmal ein Richter draufguckt, ist armselig.
Die SPD muss sich fragen lassen, warum sie das zulässt. Natürlich verdient ein Politiker wie Björn Böhning, der sich zuletzt für die komplette Ablehnung des umstrittenen Gesetzes eingesetzt hat, Respekt. Von Bild hatte er sich dafür sogar einen "Verlierer des Tages" eingefangen. Geholfen hat es nichts.
Diejenigen, die die nun aufzubauende Zensurinfrastruktur für andere "heiße Themen" einsetzen wollen, stehen bereits Gewehr bei Fuß. So schrieb auf abgeordnetenwatch.de der CDU-Abgeordnete Thomas Strobl, die Sperren von Kinderpornos sollten doch "mit Blick auf Killerspiele neu diskutiert" werden. Als Nächstes ist dann die Musikindustrie dran, die Seiten mit Raubkopien gesperrt wissen will. Oder es geht um Websites mit Glücksspielen, die hiesigen Lottogesellschaften Konkurrenz machen. Und irgendwann um umstrittene Meinungsäußerungen. Was hier passiert, das muss der SPD klar sein, ist ein Dammbruch. Kein Wunder, dass in nicht einmal zwei Monaten 120.000 Menschen die Petition "Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten" unterzeichneten - trotz des Totschlagarguments Kinderpornografie.
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77.000 Deutsche reisen jährlich auf die Malediven. Gerade herrschen Turbulenzen im Inselparadies: Soldaten schlagen Polizisten und die schlagen den Präsidenten. Am Ende geht nicht die Insel, sondern der Präsident unter.

Ob Ei, Mehl, Schuh oder Torte, schon so mancher Politiker wurde in der Vergangenheit Opfer einer Zuschauerattacke. Wer hat was abbekommen?

Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Disney erlaubt seinen Mitarbeitern endlich offiziell das Tragen von Gesichtsbehaarung. Anlass für ein taz-Bartquiz.

Leserkommentare
17.06.2009 17:34 | oktarinen
Ich bin zwar der gleichen Meinung, jedoch möchte ich anmerken, dass mir mittlerweile ein Gesetzesentwurf bekannt ist, indem ...
17.06.2009 14:01 | Mac Muc
Tja liebe alte Tante SPD das wars dann wohl, ich hatte bei der letzten Reichstags äähh natürlich Bundestagswahl ein ungutes ...
17.06.2009 13:33 | Kris Wenders
Folgendes dürfte sich mittlerweile verbreitet haben: ...