Der "Spiegel" thematisiert die willigen Helfer im Ausland beim Holocaust im Dritten Reich. Das empört viele Polen. Sie finden, die Deutschen sollen die Schuld ausschließlich bei sich suchen.

Cover und Artikel des "Spiegels" über die Helfer der Nazis bei der Judenvernichtung. Bild: screenshot spiegel.de
WARSCHAU afp | Eine Titelgeschichte des Spiegel über "Hitlers europäische Helfer beim Judenmord" hat in Polen für Empörung gesorgt. Der in der jüngsten Ausgabe des Hamburger Nachrichtenmagazins erschienene Artikel bestätige "die schlimmsten polnischen Befürchtungen" bezüglich der Veränderungen im deutschen Denken über den Zweiten Weltkrieg, so ereiferte sich am Mittwoch die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita.
Auch andere Medien teilen die Empörung. Der Artikel zeige auf beunruhigende Weise den Wandel im historischen Bewusstsein der Deutschen, zitierte die Zeitung Polska Historiker. "Die Deutschen waschen sich rein", resümierte die Boulevard-Zeitung Fakt.
These des Spiegel-Artikels ist, dass die Deutschen bei dem millionenfachen Mord an den europäischen Juden in fast allen Ländern Helfer fanden. An den Mordaktionen seien mehr als 200.000 Menschen aus nicht zum damaligen Deutschen Reich gehörenden Ländern beteiligt gewesen, berichtete der Spiegel unter Berufung auf Experten.
Als Beispiele für nichtdeutsche Helfer bei der Ermordung der europäischen Juden werden auch Denunzianten angeführt, die in Polen Juden an die Nazis verrieten, oder die Ermordung der Juden des ostpolnischen Dorfs Jedwabne durch ihre polnischen Nachbarn 1941. Die Autoren erwähnen aber auch, dass 125.000 Polen uneigennützig Juden retteten.
Der Spiegel-Text relativiere die Kriegsschuld der Deutschen derart, wie es noch vor 20 Jahren in einem Magazin der liberalen deutschen Linken nicht vorstellbar gewesen wäre, kritisierte Piotr Semka in Rzeczpospolita. Auf subtile Weise setze der Spiegel die deutschen Architekten und Regisseure des Verbrechens mit jenen gleich, die von Deutschen zum Verbrechen getrieben und für Mord belohnt wurden.
Der polnische Historiker Antoni Dudek bezeichnete in Polska Kritik aus deutschem Mund am Verhalten der Polen gegenüber den Juden als "Skandal". Wenn deutsche Journalisten einen solchen Artikel schrieben, "haben wir es mit einer bewussten Lüge zu tun".
Das Warschauer Außenministerium bat die polnische Botschaft in Berlin, sich über eine Antwort auf den Artikel Gedanken zu machen, wie eine Ministeriumssprecherin erklärte.
Kinderschaukeln und knackige Männerkörper: In Doris Dörries "Glück" sind die Emotionen billig zu haben. Für das Publikum soll es nicht zu kompliziert werden. von Cristina Nord

Egal ob in Ost-, West-, Südeuropa oder in Kaschmir – überall ist es kalt. Verdammt kalt. Für viele Menschen ist das dramatisch und sogar lebensgefährlich. Aber die Kälte bringt auch Schönes und Erfreuliches.

77.000 Deutsche reisen jährlich auf die Malediven. Gerade herrschen Turbulenzen im Inselparadies: Soldaten schlagen Polizisten und die schlagen den Präsidenten. Am Ende geht nicht die Insel, sondern der Präsident unter.

Ob Ei, Mehl, Schuh oder Torte, schon so mancher Politiker wurde in der Vergangenheit Opfer einer Zuschauerattacke. Wer hat was abbekommen?

Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Leserkommentare
24.05.2009 03:53 | Chopin, Fryderyk
@denninger: ...
23.05.2009 06:48 | vic
Wieder ein Aufregerthema für Revanchisten und ältere Generationen.
22.05.2009 19:39 | Jörg H.
http://www.zeit.de/2005/06/Jedwabne