Kommentar von Kaija Kutter
Die Hamburger Bildungspolitik ist zweigeteilt: auf der einen Seite die tiefgrüne Schulpolitik, auf der anderen pechschwarze Hochschulpolitik. Nach den sechs Jahren unter dem hyperaktiven Wissenschaftssenator Jörg Dräger brauchte der Hochschulbereich erst mal Ruhe, darüber waren sich im Wahlkampf alle einig. Hatte doch Dräger an den Hochschulen keinen Stein auf dem anderen gelassen. Senatorin Herlind Gundelach galt als ruhige Sachverwalterin, die nicht viel ändern wird.
Das ist ein Irrtum. Sie hat keine Scheu, die schon stark umstritten Drägerschen Reformen zu verschärfen. Das Klima an der Hamburger Universität zeigt aber, dass bereits Dräger viel zu weit ging. Die Fakultäten, die mit bis zu 10.000 Studierenden schon einzeln die Größe einer Provinzuniversität haben, verfügen kaum mehr über Strukturen. Die dort Beteiligten haben wenig Artikulationsmöglichkeiten. Ein gewisses Maß an Freiheit und Demokratie ist aber nötig für eine Hochschule, eine Struktur, die Duckmäusertum fördert, ihrer unwürdig.
Und eine Uni-Präsidentin, vor der viele Hochschulangehörige Angst haben, macht ihren Job so nicht gut. Nur leider ist sie, anders als ihre Vorgänger, fast unabwählbar, weil darüber ein externer Hochschulrat entscheidet. Schwarz und Grün müssen über Hochschulpolitik reden. Da gehört mehr als ein Paragraf auf den Prüfstand.
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