Kommentar von SVENJA BERGT
Pankow hat es richtig gemacht: Als im vergangenen Mai das Verbraucherinformationsgesetz (VIG) in Kraft tat, hat der Bezirk überlegt, wie sich aus dem viel gescholtenen Papiertiger etwas Verbrauchernahes herausholen lässt. Und er wurde fündig: Das Gesetz ermöglicht es, Beanstandungen bei Kontrollen zu veröffentlichen. Daraus entstand die Mängelliste, die gravierende Schwachstellen in Lebensmittelbetrieben auflistet. Doch der Erfolg darf nur der Anfang sein.
Denn zu viele Verbraucher haben nichts von dem fortschrittlichen Modell: Wer nicht in Pankow wohnt, einkaufen oder essen geht, profitiert sowieso nicht. Wer vor dem Ausgehen den Blick ins Internet vergisst, hat ebenfalls keinen Nutzen, und wer nur dort einkaufen und essen will, wo die Lebensmittelaufsicht grünes Licht gibt, muss bislang mit einer recht übersichtlichen Auswahl vorliebnehmen. Doch das lässt sich ändern.
Zunächst einmal sollten die anderen Berliner Bezirke das Pankower Modell übernehmen - noch vor der Evaluation am Jahresende. Im zweiten Schritt ist aber ein umfangreicherer Ansatz notwendig: Das VIG muss nachgebessert werden. Die Behörden müssen die Pflicht haben, negative, insbesondere gesundheitsgefährdende Ergebnisse von Kontrollen zu veröffentlichen, natürlich im Rahmen des Datenschutzes.
Und wir brauchen am Eingang eines jeden Betriebs einen Smiley - ob lachend oder weinend. Damit der Blick ins Internet überflüssig wird und der Verbraucher schon an der Tür erkennen kann, ob er hier getrost einkehren darf.
Oder ob er womöglich damit rechnen muss, Angegammeltes auf seinem Teller zu finden.
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Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Leserkommentare
08.05.2009 22:11 | kleiner Spinner
Man fragt sich, wie die Menschheit bis heute überlebt hat, so ganz ohne Smilies an den Türen.