Sagenumwoben, heiß verehrt - und dann plötzlich Funkstille. Die Popwelt rätselt: Wer versteckt sich hinter "Burial", und wann kommt das neue Album tatsächlich heraus?von JULIAN WEBER
Es wurde schon oft angekündigt, das sagenumwobene Album des Londoner Dubstep-Produzenten Burial in der Serie "DJ Kicks". Zuerst sollte es im April vergangenen Jahres erscheinen, dann wurde die Veröffentlichung auf Juni 2008 verschoben, schließlich auf den Herbst. Seither war Funkstille. Selbst das Label K 7 wollte nicht mehr über den Stand der Dinge berichten. Zu viele Termine geplatzt. Und das, obwohl die fremden Tracks, die Burial zusammen mit eigenem Material auf "DJ Kicks" zu einem kontinuierlichen Mix verarbeitet hat, längst lizenziert sein sollen. Selbst in der Entzauberungsfabrik des Internets wusste niemand Bescheid. Dort waren zwischenzeitlich gefälschte Tracklisten aufgetaucht.
Bei Burials "DJ-Kicks"-Edition handelt es sich um eine Art Bernsteinzimmer des Dubstep. Ob es das Album wirklich gibt, weiß nur der Künstler, der immer und immer wieder seine Anonymität in einer Grauzone aus Piratenradiosendern und geheimen Raves betont hatte. In dieser Schattenwirtschaft ist Burial groß geworden, und genauso inszeniert sich Dubstep auch als moderne britische Dancefloor-Erzählung seit nunmehr fünf Jahren. Jenseits seines spezifischen Entstehungsorts, im Süden Londons, dringen die Sounds des Dubstep, die rollenden Drums, subsonischen Bässe und düsteren Filmschnipsel-Sampleloops für wenige Partys ans europäische Festland. Mitunter taucht ein Dubstep-Remix eines etablierten Künstlers auf, doch bleibt das Genre als Sound im Underground verwurzelt.
Daran hat auch nichts geändert, dass letzten Sommer plötzlich ein unbekannter Name in der Kandidatenliste des renommierten Mercury-Music-Prize auftauchte: Burial wurde für sein zweites Album "Untrue" nominiert. Sogar die Zielfahnder des britischen Revolverblättchens The Sun bliesen zur Jagd auf das Phantom. Bis es sich mit einem Foto, aufgenommen im Fond eines Wagens, auf seiner MySpace-Seite meldete. Zu sehen ist - Hallo, Thomas Pynchon! - ein unscheinbarer Typ mit Wollmütze: Ja, William Bevan sei sein Name, und als "low key person" meide er das grelle Licht des Glitters wie die Pest. Passend: Am Montag erscheint ein neuer Track von Burial namens "Moth", zu Deutsch Motte. Auf schwarzem Vinyl, in schwarzem Cover.
Vor einigen Wochen war Steve Goodman, mit Burial befreundeter Kopf des Labels Hyperdub, in einer BBC-Radiosendung zu Gast. Er brachte wundersame Musik von Burial mit, redete konstant, während die Tracks im Hintergrund rollten, um das Downloaden zu verunmöglichen. Vielleicht war es Burials "DJ Kicks"-Material, das er vorspielte. "Könnte sein, dass es nie veröffentlicht wird", sagte Goodman am Ende.
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Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

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