Kommentar von JOST MAURIN
Der Jubel der Gentechnikgegner war groß, als Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) den Anbau der gentechnisch veränderten Maissorte MON 810 verbot. Die Freude ist berechtigt, denn dieses Jahr wird das umstrittene Saatgut in Deutschland wohl nicht in die Erde kommen. Das ist ein Etappensieg - aber leider auch nicht mehr.
Denn Aigner ist keinesfalls davon überzeugt, dass transgenes Saatgut gefährlich ist. Bevor sie im vergangenen November Ministerin wurde, hatte sie sich als Forschungsexpertin der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag sogar noch für diese Technologie eingesetzt. Jetzt hat sie ihre Position um 180 Grad gedreht - binnen weniger Monate. Sie begründet das mit neuen Hinweisen auf Risiken für die Umwelt. Dabei gibt es solche Forschungsergebnisse schon seit Jahren.
Inhaltlich relativ neu dagegen ist die Angst der CSU, bei der Europawahl Anfang Juni an der bundesweiten Fünfprozenthürde zu scheitern. Aigner befürchtete, dass eine Pro-Gentech-Position - wie in Umfragen vorhergesagt - Stimmen kosten würde.
Nach der Wahl fällt dieses Motiv weg. Um Aigner dann zum Einlenken zu bewegen, baut die Gentechlobby bereits jetzt Druck auf - Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) mobilisiert in ihrem Sinne. Dabei weiß sie den MON 810-Hersteller Monsanto - einen Konzern mit 8,6 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz - und die deutschen Konkurrenten BASF und Bayer hinter sich. Schon eine neue Studie der Industrie, die MON 810 doch als ungefährlich einstuft, könnte Aigner genügen, um den Mais wieder zuzulassen.
Die größte Gefahr ist ein Sieg von Union und FDP bei der Bundestagswahl im September. Niemand im Parlament vertritt die Interessen der Gentech-Industrie so vehement wie die Liberalen. Das Thema berührt ihre Ideologie der "Freiheit" für die Forschung.
Die Gentech-Gegner müssen deshalb darum werben, dass die Mehrheit der Wähler weiterhin Genpflanzen ablehnt. Immer wieder sollten sie dem Verbraucher deutlich machen, dass seine Freiheit beschnitten wird, wenn Genpflanzen konventionelle Produkte kontaminieren. So könnte es der Bewegung gelingen, ihren Etappensieg in einen dauerhaften Erfolg zu verwandeln.
Projekte der öffentlichen Hand werden zunehmend über Öffentlich-Private Partnerschaften (ÖPP) finanziert. Vorsicht ist geboten, denn das kann teuer werden. von Anton Hofreiter
77.000 Deutsche reisen jährlich auf die Malediven. Gerade herrschen Turbulenzen im Inselparadies: Soldaten schlagen Polizisten und die schlagen den Präsidenten. Am Ende geht nicht die Insel, sondern der Präsident unter.

Ob Ei, Mehl, Schuh oder Torte, schon so mancher Politiker wurde in der Vergangenheit Opfer einer Zuschauerattacke. Wer hat was abbekommen?

Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Disney erlaubt seinen Mitarbeitern endlich offiziell das Tragen von Gesichtsbehaarung. Anlass für ein taz-Bartquiz.

Leserkommentare
20.04.2009 15:34 | Axel Marschall
Nachtrag: Die Natur folgt bei ihrer natürlichen Genveränderung keinen kommerziellen Interessen. ...
17.04.2009 10:58 | miche
@ Axel marschall. ...
15.04.2009 23:47 | Axel Marschall
Nur die größten Dummköpfe können Gegner von Monsanto und Genmais sein.. ...