Kommentar von FELIX LEE
"Wir zahlen nicht für eure Krise!", so das Motto der beiden Demonstrationen am Samstag in Berlin und Frankfurt/Main, zeitnah zum Treffen der G-20-Staatschefs kommende Woche in London. Erwartet werden bei den Demos mehrere zehntausend TeilnehmerInnen mit Bussen aus über 100 Städten. Das ist erfreulich.
Denn die Dreistigkeit der Hedgefonds-Manager, Investmentbanker, ihrer Vorstandsmitglieder und der Politik, die jahrzehntelang den ausufernden Finanzkapitalismus unterstützt haben - sie ist auch weiterhin existent. Und es ist auch nur folgerichtig, dass die Verursacher der Krise - wie im Demo-Aufruf gefordert - in Form von Reichensteuern und durch eine Anhebung der Spitzensteuersätze ordentlich zur Kasse gebeten werden. Und trotzdem ist das Motto falsch. Diese Krise ist nämlich längst nicht mehr die der Finanzwelt, sondern unser aller. Und ja, wir müssen für sie zahlen - leider.
Auf 4,5 Millionen wird die Zahl der Arbeitslosen allein in Deutschland bis Anfang 2010 gestiegen sein. Es stehen Massenentlassungen längst nicht nur bei Opel, Scheffler und Porzellanfabriken an. Konjunkturpakete in Höhe von 50 Milliarden, wie sie die Bundesregierung derzeit vorlegt, sind bei weitem nicht genug. Mindestens das Doppelte wird allein zur Rettung der wichtigsten Schlüsselbranchen benötigt. Und auch der Schaden bei der einen oder anderen bankrotten Bank wäre für die Allgemeinheit größer, als ihnen zur Rettung Milliarden in den Rachen zu schieben. Die Illusion, große Teile der derzeitigen Wertschöpfung einfach den Bach runtergehen zu lassen, damit ein ökologischer und sozialer Neuanfang gemacht werden kann, ist gefährlich. Es würde Jahrzehnte dauern, bis eine vergleichbare Industriestruktur wieder intakt wäre. Ohne staatliche Hilfe wird eine ganze Generation qualifizierter ArbeitnehmerInnen ihrer Existenzgrundlage beraubt.
Trotz dieses Mottos ist es sinnvoll, am Samstag auf die Straße zu gehen. In der Unterzeile heißt es: "Für eine solidarische Gesellschaft". Zugegeben - eine abgelutschte Floskel. Aber auch die Botschaft der Stunde. FELIX LEE
Lanz oder Lebenszeit? Wer Twitter hat, braucht keinen Fernseher und kann trotzdem mitreden – aus zweiter Hand. von Meike Laaff
Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Leserkommentare
27.03.2009 11:57 | Max
"für ein unabhängiges MENSCHENRECHT auf Nahrung, Wohnen und Gesundheit, mit allen daraus notwendig resultierenden Konsequen ...
27.03.2009 11:39 | alles beim Alten
Gegen den Kapitalismus zu sein, ist ja schön und gut, leider gibt es dazu bisher keine äquivalente Wirtschaftsform. ...
27.03.2009 10:44 | askmewhy
Ich finde Sie sollten solche Begriffe wie "solidarisch" nicht unbedingt als "abgelutscht" bezeichnen. Zumindest bietet das ...