Senat legt Pläne für die Stadtautobahn aus. Bürger können ihre Einwände gegen die Verlängerung der A 100 zu Protokoll geben. Einfluss hat das aber nicht: Die Entscheidung für den Bau ist gefallen.von SEBASTIAN HEISER
Durch die Verlängerung der A 100 entsteht im Süden Neuköllns ein neues Autobahndreieck. Auf sechs Spuren sollen 100.000 Autos täglich Richtung Norden rollen. Der Bau, der den unvollendeten Stadtring ein Stück weiter schließt, soll im Jahr 2011 beginnen und bis 2017 dauern. Die Kosten in Höhe von 420 Millionen Euro für den 3,2 Kilometer langen Neubau trägt der Bund. An der Grenzallee entsteht ein 385 Meter langer Tunnel. Vier Mehrfamilienhäuser müssen weichen. Die Pläne liegen vom 9. März bis zum 9. April auch im Rathaus Treptow (Neue Krugallee 4, Raum 22) und im Rathaus Neukölln (Donaustraße 37/38, Raum N 6006) aus. Im nächsten Schritt soll die A 100 bis zur Frankfurter Allee verlängert werden.
Links:
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Bürgerinitiative: Stop A 100!
Die Planungen für die Verlängerung der Stadtautobahn 100 bis nach Treptow gehen in die nächste Phase: Ab dem 9. März können alle betroffenen Bürger ihre Einwände gegen das Projekt bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung geltend machen. Diese Bürgerbeteiligung ist gesetzlich vorgeschrieben. Doch Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) machte am Freitag klar, dass die Entscheidung jetzt bereits gefallen sei - also noch bevor die Bürger die Gelegenheit hatten, ihre Einwände anzubringen: "Wir sind nach eingehender Prüfung und vielen Fach- und politischen Diskussionen zu einem sehr eindeutigen Ergebnis gekommen: Die Wohngebiete im Berliner Südosten müssen vom Durchgangsverkehr entlastet werden." Die Autobahn bedeute "weniger Unfälle in den Quartieren", eine "deutliche Reduzierung von Umweltbelastungen für die Anwohner" und eine "grundlegende Neuorganisation des Verkehrs in Berlin".
Trotz dieser Vorentscheidung empfiehlt der Bund für Umwelt und Naturschutz allen Berlinern, sich an dem Verfahren zu beteiligen. "Wir wollen erstens ein massives politisches Zeichen setzen, damit der Senat sieht, wie groß die Ablehnung ist", sagt Martin Schlegel, Verkehrsreferent des Umweltverbandes. Außerdem können Anwohner in dem Verfahren zumindest mehr Lärmschutz für sich einfordern, wenn sich der Bau schon nicht verhindern lässt. Und drittens müssen alle, die gegen die Autobahn klagen wollen, vorher eine Einwendung schreiben, erklärt Schlegel. Sein Verband will daher auch eine Musterklage gegen die Autobahn unterstützen. Schlegel lehnt die Autobahn grundsätzlich ab, weil "Straßenbau Verkehr nicht verringert, sondern vermehrt. Dies bedeutet unter anderem einen deutlich höheren CO2-Ausstoß, der mit den Klimaschutzzielen Berlins nicht zu vereinbaren ist."
Auch der Grünen-Landesvorsitzende Stefan Gelbhaar fordert "alle Berlinerinnen und Berliner auf, persönliche Einwendungen gegen den Weiterbau dieser Autobahn einzubringen". Denn nicht nur die Menschen, deren Haus abgerissen wird oder die den Autobahnlärm gleich vor ihrem Schlafzimmerfenster haben, zählen als Betroffene. An dem Verfahren können sich auch alle beteiligen, die sich bisher gerne im Treptower Park gesonnt haben - diese Erholung wird in Zukunft von den Abgasen der 60.000 Autos und Lastkraftwagen getrübt, die laut der Prognose des Senats über die Autobahn in die Straßen in Parknähe fahren werden.
Auch die wirtschaftlichen Argumente des Senats für die Autobahn überzeugen die Grünen nicht. Senatorin Junge-Reyer weist nämlich auch darauf hin, dass "mit der neuen Stadtautobahn ökonomisch bedeutsame Standorte in Nordneukölln, Friedrichshain und Lichtenberg für den Wirtschaftsverkehr besser erschlossen werden, was zu einer Aufwertung dieser Wirtschaftsstandorte führt". Der Grünen-Vorsitzende Gelbhaar erkennt in dem Projekt allerdings eine "Verkehrspolitik der Siebzigerjahre", die sich "gegen die Bedürfnisse der Anwohnerinnen und Anwohner" richte. Er zieht einen drastischen Vergleich: "Die A 100 wird der Berliner Transrapid werden: teuer, unnütz, bekämpft."
Der Ton im Abgeordnetenhaus wird schärfer: Die Opposition fordert von Wowereit Zahlen über die Zusatzkosten. Die drohen den gesamten Haushalt zu kippen. von Stefan Alberti Und Juliane Schumacher

Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Leserkommentare
13.09.2011 13:13 | TaiFei
@Julia Otvessova ...
05.09.2009 19:21 | Jonas
Die Verkehrsituation,das Verkehrsaufkommen im Dammweg/ und Ecke Sonnenalle ist schlichtweg nicht akzeptierbar.Zuviele Unfäl ...
16.03.2009 12:41 | Stefan H.
Übrigens ist das Geld ZWECKGEBUNDEN! Ein Vergleich mit Schulen oder sonstigen kiezbezogenen Bauprojekten ist absoluter Schw ...