Der israelischen Tennisspielerin Shahar Peer wird aus politischen Gründen die Einreise zum Turnier in Dubai verweigert. Die WTA droht den Veranstaltern mit Konsequenzen.von MARTIN KRAUSS
BERLIN taz Es wurde doch wieder nur die verhasste Normalität: Shahar Pe'er, 22-jährige Profitennisspielerin, sollte als erste Israeli bei den Dubai-Tennis-Championships teilnehmen, die am Sonntag begannen. Doch ohne Angabe von Gründen wurde der Nummer 48 der Weltrangliste von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ein Visum verweigert. Der Grund dürfte darin liegen, dass sie Israelin ist. Dabei wäre Pe'er auch in Dubai eine erfahrene Pionierin gewesen. Im vergangenen Jahr hatte sie bei einem Turnier in Doha in Katar ihre ersten zwei Vorrundenspiele gewonnen - der erste israelische Sportler bei einem Profiturnier in einem Scheichtum.
Die Gewerkschaft der Tennisspielerinnen, WTA, die die Tour organisiert, reagierte auf Ausschluss der aktuellen Nummer 38 der Weltrangliste scharf. "Sie hat sich das Recht erarbeitet, auf der Tour mitzuspielen", sagt WTA-Chef Larry Scott, "es ist bedauerlich, dass die VAE ihr dieses Recht verweigern."
Das Turnier in Dubai ist mit zwei Millionen Dollar bemerkenswert gut dotiert und wird als das "Toptennis-Event des Nahen Ostens" beworben. Dieses Jahr sind bei den Männern die ersten sechs der Weltrangliste am Start, bei den Frauen sogar die komplette Top Ten. Venus Williams, zurzeit Weltranglisten-Sechste, erklärte sich solidarisch mit Shahar Pe'er: "Alle Spielerinnen unterstützen Shahar", sagte Williams. Ana Ivanovic, die French-Open-Siegerin aus Serbien, erklärte: "Man sollte nicht Sport und Politik vermischen."
Die Empörung im Profitennis ist groß, und die Solidarität mit Pe'er ebenso. Die WTA hat zwar erklärt, dass das Turnier wie vereinbart zu Ende gespielt wird. Aber für die Zukunft, so Larry Scott, prüfe man, ob das Turnier weiter stattfindet. "Wir haben klare Regeln und eine eindeutige Politik, dass kein gastgebendes Land einem Spieler das Recht verweigern darf, an einem Turnier teilzunehmen, für das er qualifiziert ist." Daher werden jetzt Rechtsmittel geprüft. Und wenn Shahar Pe'er die Veranstalter verklagen will, erhält sie von der WTA Rechtsschutz.
Pe'er, die von ihrem Bruder Shlomi Pe'er gemanagt wird, hatte zwar von den VAE-Behörden keine Garantie für ein Visum erhalten, aber sowohl der Veranstalter als auch die WTA hatten signalisiert, dass es keine Probleme gebe. Viele israelische Sportler besitzen neben dem israelischen Pass auch den eines anderen Landes, um eventuelle Einreiseprobleme zu umgehen. Ob Pe'er auch einen zweiten Pass besitzt und ob sie ihr Visum für diesen Pass beantragt hatte, ist unklar. Für Fragen waren weder sie noch Shlomo Pe'er zu erreichen.
Bereits im letzten Monat stand Shahar Pe'er unverhofft im Mittelpunkt von Protesten. Da spielte sie in Neuseeland das ASB-Classic-Turnier, ein Vorbereitungsturnier für die anstehende Saison. Etwa zwanzig Demonstranten fanden sich zu ihrem Viertelfinalspiel gegen die Russin Elena Dementieva ein. Damals kommentierte Pe'er die Proteste auf einer Pressekonferenz. "Ich bin nicht die israelische Regierung, und ich repräsentiere nicht die israelische Politik. Ich bin Tennisprofi und das ist es, was ich jetzt repräsentiere."
Spieler von Rot-Weiss Essen wetten, dass ihr Klub verliert. Die Sportfreunde Lotte fühlen sich betrogen. Bei beiden Vereinen ist der Ärger groß. von Erik Peter

Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Leserkommentare