Kommentar von HANNA GERSMANN

Hanna Gersmann ist stellvertretende Leiterin des taz-Ressorts Wirtschaft und Umwelt. Foto: taz
Im Fall des Bioputenbarons Franzsander, der sein Geflügel fälschlich zu "Öko-Fleisch" etikettiert hat, reagiert die Branche wie andere Wirtschaftszweige in vergleichbaren Krisen auch. Nur ein Einzelfall! Es wurde doch niemand vergiftet! Doch klug ist es nicht, den Betrug beim Bioessen kleinzukochen. Denn darunter leidet die Glaubwürdigkeit der Ökobewegung.
Je größer das Biogeschäft wird, desto verführerischer scheint es, den Bioaufschlag einzustecken, ohne Tiere und Umwelt zu schonen. So wird der eigene Erfolg für die Biobranche zum Problem. Noch nie war sie ihrem Ziel - Bioessen für alle - so nahe wie heute. Kein Supermarkt und kein Discounter mehr ohne Ökoregal. Nur: Die Firmen, die in den vergangenen Jahren eingestiegen sind, kennen alle Kniffe der Marktwirtschaft - undurchschaubare Firmengeflechte und Profitgier inklusive. Das lukrative Biogeschäft wird so unübersichtlich konventionell.
Sicher, das Öko-Prüfsystem ist noch immer strikter als das konventionelle. Aber wer den Biobetrug ernsthaft verhindern will, muss jetzt handeln. Erstens: Auf alle Biohöfe mehr Kontrolleure schicken - ohne Anmeldung. Bisher sagen die Öko-Wächter ihren meist jährlichen Besuch an. Zweitens: Kumpanei ausschließen. Bioland hält zum Beispiel die Aktien an der Öko-Kontrollfirma Abcert - und die prüft die meisten Biolandbetriebe. Das mag seine Richtigkeit haben, hört sich für Verbraucher aber komisch an. Zumal: Biobauern, denen ein Prüfergebnis nicht passt, können einfach zu einer anderen Kontrollstelle wechseln. Warum sollte es ein Tester darauf anlegen, seinen Auftrag zu verlieren? Drittens: Namen von Betrügern müssen sofort öffentlich gemacht werden. Und nicht erst, wenn jemand nachfragt. Das schreckt ab, denn jedes Unternehmen fürchtet um sein Image.
Mehr Kontrollen kosten mehr Geld? Das stimmt. Aber das Kapital der Ökobranche ist das Vertrauen ihrer Kunden. Deren Bioappetit könnte schnell vergehen, wenn sich die Sauereien häufen. Notorische Nörgler dagegen sehen sich bestätigt: Bio ist doch nur Schwindel, haben wir immer gewusst.
Noch halten sich die Branchenskandale in Grenzen. Das aber muss so bleiben. Nach dem Motto: Bio? Aber sicher!
Egal, was nun kommt in Griechenland – für die meisten wird es weiter abwärts gehen. Für die Demokratie ist das gefährlich. von Klaus Hillenbrand
Egal ob in Ost-, West-, Südeuropa oder in Kaschmir – überall ist es kalt. Verdammt kalt. Für viele Menschen ist das dramatisch und sogar lebensgefährlich. Aber die Kälte bringt auch Schönes und Erfreuliches.

77.000 Deutsche reisen jährlich auf die Malediven. Gerade herrschen Turbulenzen im Inselparadies: Soldaten schlagen Polizisten und die schlagen den Präsidenten. Am Ende geht nicht die Insel, sondern der Präsident unter.

Ob Ei, Mehl, Schuh oder Torte, schon so mancher Politiker wurde in der Vergangenheit Opfer einer Zuschauerattacke. Wer hat was abbekommen?

Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Leserkommentare
31.01.2009 17:55 | FJL
Ich kann den Artikel von Frau Gersmann nur bestätigen. Vertrauen ist die Basis allen Handelns, gerade im Bio-Bereich. Damit ...
22.01.2009 09:24 | Mathias
Öko war schon immer unglaubwürdig weil die Grüne Bewegung schon immer ideologisch ausgerichtet war und ist. ...