Kommentar von CRISTINA NORD
"Der Baader Meinhof Komplex" bleibt, wie er ist. Ignes Ponto, die Witwe des von der RAF ermordeten Bankiers Jürgen Ponto, wollte vor dem Landgericht Köln eine einstweilige Verfügung gegen den Film erwirken. Die Sequenz, die die Ermordung ihres Mannes darstellt, sollte entfernt werden, da sie vom wirklichen Hergang der Ereignisse abweiche. Im Urteil vom Freitag sah das Gericht Pontos Persönlichkeitsrechte nicht verletzt und berief sich auf die Freiheit der Kunst. Der Produzent Bernd Eichinger und der Regisseur Uli Edel wurden auch nicht dazu verpflichtet, den Vorspann um einen Hinweis zu ergänzen, der die Diskrepanz zwischen Filmversion und Wirklichkeit kenntlich macht.
Man muss "Der Baader Meinhof Komplex" nicht mögen, um das Urteil zu begrüßen. Dass die Sequenz Ignes Ponto großes Unbehagen bereitet, ist zwar nachvollziehbar. Doch hätte sie recht bekommen, liefe jeder Spielfilm, der sich zeitgeschichtlicher Themen annimmt, Gefahr, gekürzt zu werden.
Immer wird sich ein Beteiligter finden, der mit der Darstellung unzufrieden ist; jüngere Diskussionen wie die um Bryan Singers Attentatsthriller "Operation Walküre" oder Luigi Falornis "Feuerherz" belegen dies. Fiktionen aber folgen anderen Regeln als die Geschichtsschreibung; sie durchdringen und verdichten das historische Material und gelangen gerade über diesen Prozess zu einer eigenen Plausibilität.
In dieser Hinsicht führt sich "Der Baader Meinhof Komplex", freundlich formuliert, recht ungeschickt auf. Marketing und Selbstauskünfte der Macher zielen darauf, die Wirklichkeitstreue des Films zu betonen. Jeder medienversierte Zuschauer weiß aber, dass Authentizität, egal ob im Dokumentar- oder im Spielfilm, ein Ding der Unmöglichkeit ist. Jedes Filmbild ist Auswahl, Ausschnitt, Setzung. Wer hier behauptet, er bilde die Wirklichkeit ab, muss sich fragen lassen, warum er etwa auf richtige Autokennzeichen Wert legt, die Ermordung im Film aber anders verläuft als in den Ermittlungsakten. Solche Fragen zu verhandeln steht jedoch einer ästhetischen Debatte an, keiner Gerichtsverhandlung.
Die Präsidentenwahl in Turkmenistan ist die größte Demokratieverhöhnung überhaupt. Die EU-Rohstoffpolitik zeigt, dass aus Fehlern nicht gelernt wurde. von Marcus Bensmann
77.000 Deutsche reisen jährlich auf die Malediven. Gerade herrschen Turbulenzen im Inselparadies: Soldaten schlagen Polizisten und die schlagen den Präsidenten. Am Ende geht nicht die Insel, sondern der Präsident unter.

Ob Ei, Mehl, Schuh oder Torte, schon so mancher Politiker wurde in der Vergangenheit Opfer einer Zuschauerattacke. Wer hat was abbekommen?

Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Disney erlaubt seinen Mitarbeitern endlich offiziell das Tragen von Gesichtsbehaarung. Anlass für ein taz-Bartquiz.

Leserkommentare
09.01.2009 22:27 | Sam M.
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