In seiner Militäraktion hat sich die jüdische Bevölkerung Israels zusammengerauft und ignoriert ethnische Zerwürfnisse. Denn sonst würde vielleicht ein potenzieller Bürgerkrieg anstehen.von MOSHE ZUCKERMANN
Und wieder reproduziert sich das Muster: Eine größere Militäraktion steht an, und die jüdische Bevölkerung des Landes rauft sich zusammen, als sei sie nicht sozial, ethnisch und kulturell zutiefst zersplittert. Parlament und Militär, rechte wie linke Zionisten, Presse, Medien und "Publikum" - alles versammelt sich ums kollektive Stammesfeuer, euphorisiert von den aktuellen "Erfolgen" der Luftwaffe, und frönt so einem Fest der Barbarei.
Die Ernüchterung kommt dann verlässlich mit den ersten Särgen der gefallenen Soldaten nach vollzogenem Bodeneinsatz und der Erkenntnis, dass der Feind nicht militärisch überwunden wurde, geschweige denn die Befriedung der Region einen Schritt vorangekommen wäre.
Jener gleichgeschaltete Diskurs ist unfähig, den Wirkzusammenhang des Gewaltzirkels zu erkennen: dass Israel die Hamas selbst hochgezüchtet hat, indem es die PLO demontierte, die Autonomiebehörde ausschaltete und Arafat paralysierte, genau so, wie es sich Scharon über Jahrzehnte erträumte; dass der Abzug aus dem Gazastreifen kein Friedensakt war, da man das geräumte Territorium zugleich hermetisch abriegelte und ökonomisch wie zivilgesellschaftlich abwürgte. Nur um sich anschließend darüber zu wundern, dass sich die Bevölkerung radikalisierte. Und das Beharren darauf, es gebe keinen Gesprächspartner, hat die altbekannte Gewalteskalation schließlich zum einzig möglichen Modus der "Kommunikation" gemacht.
Ein weiterer Grund für den aktuellen Gewaltausbruch liegt im Bedürfnis, das Fiasko des zweiten Libanonkrieges von 2006 zu kompensieren und daraus entsprechend Kapital für den laufenden Wahlkampf zu schlagen. Der tiefere Grund liegt in der dauerhaft fehlenden Bereitschaft der israelischen Gesellschaft, den Preis zu zahlen, den ein Frieden mit den Palästinensern bedeuten würde. Und man weiß auch, warum: Zahlte man ihn, würde alsbald das innerisraelische Stammesfeuer erlöschen und man sähe sich womöglich einem potenziellen Bürgerkrieg ausgesetzt. Dann schon lieber das periodische Tamtam-Gedröhn - es suhlt sich so schön im Einheitsmorast. Bis zum nächsten Mal wieder.
Egal, was nun kommt in Griechenland – für die meisten wird es weiter abwärts gehen. Für die Demokratie ist das gefährlich. von Klaus Hillenbrand
Egal ob in Ost-, West-, Südeuropa oder in Kaschmir – überall ist es kalt. Verdammt kalt. Für viele Menschen ist das dramatisch und sogar lebensgefährlich. Aber die Kälte bringt auch Schönes und Erfreuliches.

77.000 Deutsche reisen jährlich auf die Malediven. Gerade herrschen Turbulenzen im Inselparadies: Soldaten schlagen Polizisten und die schlagen den Präsidenten. Am Ende geht nicht die Insel, sondern der Präsident unter.

Ob Ei, Mehl, Schuh oder Torte, schon so mancher Politiker wurde in der Vergangenheit Opfer einer Zuschauerattacke. Wer hat was abbekommen?

Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Leserkommentare
04.01.2009 12:19 | Harry Schmackowski
Danke Herr Zuckermann, ...
03.01.2009 15:03 | Elisabeth Dörre
Der Kommentar des israelischen Historikers und Soziologen Moshe Zuckermann verweist in ernüchternder Weise auf die Ursachen ...
03.01.2009 11:59 | Ute Plass
Ihren Kommentar hier eingeben: ...