Kommentar von ANDREAS WYPUTTA
Es klingt wie ein schlechter Witz: Der Essener Energiekonzern RWE will sich am Neubau des Atomkraftwerks Belene mitten im nordbulgarischen Erdbebengebiet beteiligen. Vor dessen Errichtung haben sowjetische Wissenschaftler schon 1983 gewarnt. Und während Atomkraftgegner vor Ort Morddrohungen erhalten, wirbt der Atomstromkonzern mit "höchsten Sicherheitsstandards".
RWE-Chef Jürgen Großmann meint den AKW-Neubau bitter ernst und will bis 2014 Milliarden investieren. Im Blick hat der Vorstandsvorsitzende die künftigen Profite seines Konzerns: Heute stammen rund 65 Prozent des Stroms der Essener aus fossilen Energieträgern. Mit seinen Braunkohle-Dreckschleudern im rheinischen Tagebaurevier ist RWE der deutschlandweit größte Emittent des Klimakillers Kohlendioxid. Mit dem europaweiten Emissionshandel aber kommen auf den Konzern Strafzahlungen in Milliardenhöhe zu. Und die will Großmann trotz der ungelösten Endlagerproblematik ausgerechnet mithilfe der Atomenergie reduzieren. Schließlich produziere etwa der französische RWE-Konkurrent Électricité de France fast 75 Prozent seines Stroms in Atommeilern, betont Großmann gern. Die Pannenserien der Franzosen etwa im südfranzösischen Tricastin, wo immer wieder Radioaktivität austritt, lässt er unerwähnt.
Derzeit wirbt RWE öffentlichkeitswirksam mit dem Erwerb eines Offshore-Windparks vor der deutschen Nordseeküste, doch aus erneuerbaren Energie erzeugt der Konzern heute gerade einmal 10 Prozent seines Angebots. Auch langfristig könne auf den Energieträger Atomkraft nicht verzichtet werden, streuen stattdessen RWE-Sprecher immer wieder - und fordern so zur Verdrängung von Atommüllproduktion und Endlagerfrage auf.
In der Logik des Milliardärs Großmann, der sein Vermögen mit der Sanierung des Stahlwerks Georgsmarienhütte gemacht hat, ist es deshalb nur konsequent, auch in Großbritannien, Rumänien und Litauen auf neue Atommeiler zu setzen - entsprechende Projekte laufen bereits. Atom statt Kohle, Profit statt Verantwortung: Die Rechnung des RWE-Chefs ist ganz einfach.
Eine klare gesetzliche Regelung für Patchworkfamilien kann den Druck nehmen, für alles verantwortlich zu sein. Trotzdem ist zu befürchten, dass Betroffene das ablehnen werden. von Simone Schmollack
Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Leserkommentare
22.12.2008 09:58 | Bürger G.
Andreas Wyputta macht es sich ganz schön einfach: ...
22.12.2008 02:41 | vic
When will they ever learn.