Kommentar von PATRICK GENSING
Kaum werden mutmaßlich rechtsextreme Gewalttaten in der Öffentlichkeit thematisiert, taucht auch schon wieder das NPD-Verbot auf. Nach dem Anschlag auf eine Düsseldorfer Synagoge im Jahr 2000 waren es Schröder, Schily und Beckstein, die durch ein NPD-Verbot den Antisemitismus erledigen wollten. Da das hemdsärmelige Trio in seinen Anträgen aber Aussagen von Neonazis aufführte, die dem Verfassungsschutz Informationen verkauften, mussten die Richter das Verfahren einstellen.
Seitdem entdeckten noch mehr militante Neonazis die Partei als Waffe für sich. 2007 wurden im sächsischen Mügeln mehrere Inder vom besoffenen Mob gejagt. Diesmal trat der hilflose SPD-Chef Beck auf den Plan und forderte das Parteiverbot, um endlich den Rassismus abzuschaffen. Damit würgte Beck die Debatte über menschenfeindliche Einstellungen in der Mitte der Gesellschaft wohl ungewollt, aber erfolgreich ab.
Nach dem Attentat von Passau oblag es nun Bayerns Innenminister Herrmann, die öffentliche Aufmerksamkeit vom nicht vorhandenen Engagement vieler staatlichen Stellen bei der Bekämpfung rechtsextremer Gewaltverbrechen abzulenken - laut aktuellen Zahlen gibt es täglich mindestens zwei solcher Taten. Dabei war es Herrmann, der bei der Innenministerkonferenz im April seinen Kollegen gegen die NPD andere Maßnahmen als ein Verbotsverfahren empfohlen hatte, so etwa die Einschränkung des Demonstrationsrechts. Und als die CSU im Herbst die sich abzeichnende Wahlniederlage noch abzuwenden versuchte, baute sie auf antikommunistische Reflexe und setzte die Wähler der Linkspartei mit denen der NPD gleich.
Davon ist jetzt nichts zu hören, denn dieses Mal ist es kein Vietnamese, kein Punk oder Obdachloser, der Opfer eines mutmaßlichen Neonazis wird. Da die Rechtsextremen beim "Kampf um die Parlamente" im Westen nicht vorankommen, führen sie verstärkt den "Kampf um die Straße" - und somit auch gegen die Polizei. Ein NPD-Verbot ändert daran nichts, im Gegenteil: In der Illegalität wäre der Schritt zu einem bewaffneten Rechtsterrorismus noch kürzer. PATRICK GENSING
Der brachiale Sparkurs in Griechenland verstärkt die Wirtschafts- und Schuldenkrise. Wie soll das Land seine Schulden abbauen, wenn die Wirtschaft am Boden liegt? von Nicola Liebert
Egal ob in Ost-, West-, Südeuropa oder in Kaschmir – überall ist es kalt. Verdammt kalt. Für viele Menschen ist das dramatisch und sogar lebensgefährlich. Aber die Kälte bringt auch Schönes und Erfreuliches.

77.000 Deutsche reisen jährlich auf die Malediven. Gerade herrschen Turbulenzen im Inselparadies: Soldaten schlagen Polizisten und die schlagen den Präsidenten. Am Ende geht nicht die Insel, sondern der Präsident unter.

Ob Ei, Mehl, Schuh oder Torte, schon so mancher Politiker wurde in der Vergangenheit Opfer einer Zuschauerattacke. Wer hat was abbekommen?

Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Leserkommentare
19.12.2008 22:19 | Jürgen Ulrich
Mit unglaublichem Staunen verfolge ich die Kommentare über das Attentat von Passau. Warum regen sich die Leute darüber so a ...
19.12.2008 12:32 | Hans
Früher, (als die Wirtschaft noch funktionierte) sagte man: "Jeder gesunde Betrieb verkraftet auch ein paar Faulenzer" ...
16.12.2008 16:59 | Jürgen Gojny
Wie hilflos manche Zeitgenossen gegen das organisierte Verbrechen sind, denn nichts anderes stellen die Braunen da. Bezügli ...