Alexandros Andreas Grigoropoulos, 15, wurde am Dienstag in Athen beigesetzt. Er war am Samstag von der Polizei erschossen worden. Seither versinkt Griechenland im Chaos.von CHRISTINE APEL

Der 15-Jährige wurde von griechischen Polizisten erschossen. Bild: dpa
Alexandros Andreas Grigoropoulos, der am Samstag in der Athener Innenstadt von einer Polizeikugel tödlich getroffen wurde, war ein fröhlicher und offenherziger Junge. Er kam aus einer wohlhabenden Familie in Athen und war bei seinen Freunden sehr beliebt. Glaubt man seinen Mitschülern, dann war der 15-Jährige am Samstagabend einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort.
Die Nachricht von seinem Tod hatte sich wie Lauffeuer ausgebreitet, vermutlich hatte eine SMS die beispiellose Serie von Straßenkämpfen ausgelöst. Alexis oder Grigoris, wie er von seinen Freunden genannt wurde, scheint ein typisches Leben eines Athener Jugendlichen aus gut situierten Verhältnissen gehabt zu haben. Seine Zeit verbrachte er im Norden der Stadt mit Schule, Hausaufgaben, Nachhilfe bei einem Privatlehrer und Gitarrespielen. Er fuhr Skateboard und spielte Fußball. Ab und an brachte er Freunde mit zu sich nach Hause zum Schwimmen im Pool. Seine Eltern sind getrennt, er lebte bei der Mutter, die ein Juweliergeschäft führt. Zu seinem Vater, Filialleiter einer Bank, habe er ein gutes Verhältnis gehabt. Zum Haushalt gehören noch die Oma und eine 14-jährige Schwester, eine große Schwester ist bereits ausgezogen.
Vor einem Jahr wechselte Alexander zu der Privatschule Ofisi in Stamata, erzählt einer der früheren Mitschüler der Moraiiti-Schule. "Sein Verhalten hat sich im vergangenen Jahr verändert." Er wurde ernster, verantwortungsbewusster, weniger kindlich. Aber von anarchistischen Tendenzen haben seine Freunde nichts bemerkt. Auch der Portier des Wohnhauses kann sich nicht vorstellen, dass Alexandros irgendjemanden provoziert haben könnte. Dass er am Samstag in Exarcheias war, sei ein dummer Zufall gewesen. Er sei dort zu einer Feier zum Namenstag seines Freundes Niko eingeladen gewesen, sagt einer der Schulkameraden, die sich vor seinem Haus versammelt haben.
Die Familie hat sich bislang nicht öffentlich zum Tod ihres Sohnes geäußert. Eine Nachbarin bat die Journalisten um Verständnis, dass sie nicht in der Lage seien, mit der Presse zu sprechen. Besonders der großen Schwester ginge es sehr schlecht und die Mutter habe einen Schock erlitten. Innenminister Prokopis Pavlopoulos und Ministerpräsident Kostas Karamanlis haben der Familie Grigoropoulos persönlich kondoliert und ihr die umfassende Aufklärung des Todes von Alexandros versprochen.
Am Dienstagmittag ist Alexandros auf dem Friedhof Palaio Faliron in Nea Smirni beerdigt worden. An der Stelle, wo er tödlich verletzt wurde, hielten hunderte Jugendliche mit Kerzen in der Hand Totenwache.
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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

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Leserkommentare
31.07.2009 17:22 | Doukas Michail
Damit wir einfürallemal eines klären: niemand verdient es sich erschossen zu werden, denn in unserer heutigen zivilisierten ...
16.12.2008 08:39 | Antifaunited
Ups? Jetzt sind es schon drei Schüsse gewesen? Volr einer Woche war es noch einer. Daran sieht man, das der öffentliche Dru ...
12.12.2008 11:04 | Zoi
Denkt ihr er wurde verdient erschossen ich denke nicht.der Mann der geschossen meiont er hätte 3 kugeln in die luft angesch ...