Kommentar von MICHAEL BRAUN
Seit Donnerstag ist es amtlich. Polizeichefs, unter deren Ägide schuldlose Demonstranten halbtot geschlagen und dann dank gefälschter Beweise verhaftet werden, haben in Italien nichts zu befürchten. "Unschuldig", verkündete das Gericht in Genua - und rechtfertigte so mit einem Federstrich die schweren staatlichen Übergriffe, die den G-8-Gipfel im Jahr 2001 begleiteten.
Übergriffe, die Amnesty International damals in dem vernichtenden Verdikt zusammenfasste, in Italien sei während der G-8-Gipfeltage "der Rechtsstaat außer Kraft gesetzt worden". Übergriffe, die den Oppositionspolitiker Massimo DAlema seinerzeit dazu veranlassten, von "chilenischen Verhältnissen" zu sprechen.
Von all dem will das Gericht in Genua nichts wissen. In seinen Augen sind eben ein paar aus dem Ruder gelaufene, allzu prügelfreudige Polizisten am Werk gewesen - mehr nicht. Das freut die Berlusconi-Koalition, mit gutem Grund. Silvio Berlusconi war es, der im Jahr 2001 dem G-8-Gipfel präsidierte, und Berlusconi ist auch heute wieder an der Regierung. In all den vergangenen Jahren, auch in den Zeiten der Opposition von 2006 bis 2008, hatte das Berlusconi-Lager die in Genua angeklagten Polizisten immer als Verfolgte hingestellt, als treue Staatsdiener, die angeblich Opfer einer politisierten Justiz waren.
Tatsächlich ist das Urteil von Genua politisch - aber im entgegengesetzten Sinne. Mit Blick auf die Ereignisse der Vergangenheit versagt es den Opfern Gerechtigkeit. Mit Blick auf Gegenwart und Zukunft stellt es faktisch einen Freibrief aus. Einen Freibrief für die Polizei - ihre Chefs können nun sicher sein, dass auch offen rechtswidrige Einsätze keine Konsequenzen nach sich ziehen. Einen Freibrief aber vor allem für die Regierung Berlusconi, die in Genua jedweden Protest zusammenknüppeln ließ, ohne näher hinzuschauen, ob Gewalttäter am Werk waren oder nicht.
Auch jetzt wieder fällt Berlusconi zum Widerstand in der Gesellschaft - ob an der Müllfront in Neapel oder unter den Studenten - bloß ein, er werde "die Polizei schicken". Die Drohung ist klar: Deren Chefs sind heute noch die, die gerade freigesprochen wurden.
Bei der Neuwahl am 17. Juni dürfen die Rechten mit dem Einzug ins Parlament rechnen. Die bürgerlichen Parteien des Landes müssten eine Front gegen Rechtsradikalismus bilden. von Jannis Papadimitriou
Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

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