Die Betreiber der einzigen Urananreicherungsanlage Deutschlands, der Urenco GmbH in Gronau, behindern die Recherche von Journalisten.von FELIX WERDERMANN

Die Urananreicherungsanlage Urenco in Gronau: Fragen stellen ist erst nach der Überprüfung möglich. Bild: dpa
BERLIN taz Ein glückliches Händchen im Umgang mit der Presse hat die Urenco wohl noch nie gehabt. Die Firma, an der auch RWE und Eon beteiligt sind, betreibt die bundesweit einzige Urananreicherungsanlage im münsterländischen Gronau. In letzter Zeit ist die Urenco meist negativ in die Schlagzeilen geraten: Vor allem die Uranhexafluorid-Transporte nach Russland sind umstritten. Die Urenco beharrt zwar darauf, dass sie Wertstoffe exportiere, Umweltschützer aus Deutschland und Russland halten die Transporte aber für billige Atommüllentsorgung.
Dass die Wertstoffvariante in der Öffentlichkeit nicht gut weggekommen ist, hat die Urenco zwar nicht veranlasst, ihre Geschäftspolitik zu ändern, anscheinend aber ihre Pressestrategie. Hat sie Journalisten bislang offen Auskunft erteilt, wird nun die Recherche insbesondere für freie Journalisten erheblich erschwert.
Die neue Pressesprecherin Antje Evers erklärt in einer E-Mail an die taz, dass folgendes Prozedere einzuhalten sei, bevor man Auskunft erhält:
"1. Vorlage einer gut lesbaren Kopie eines gültigen Presseausweises.
2. Schriftliche Bescheinigung der Redaktion eines anerkannten Mediums, aus der hervorgeht, dass der anfragende Journalist regelmäßig für dieses Medium tätig ist.
3. Schriftliche Bescheinigung der Redaktion, aus der hervorgeht, für welchen konkreten Beitrag die Anfrage bei uns gestellt wird."
Damit aber noch nicht genug. Evers will dann sicherheitshalber noch einmal in der Redaktion anrufen: "Bitte vergessen Sie also nicht, eine Telefonnummer anzugeben."
Für Hendrik Zörner, Sprecher des Deutschen Journalisten-Verbands, ist das ein "gravierender Eingriff in die freie Berichterstattung". Ihm sei kein vergleichbarer Fall bekannt.
Für die Anti-Atom-Initiativen aus der Region gibt es für die Urenco-Praxis eine einfache Erklärung: Durch internationale Proteste gegen die Urantransporte sei die Geschäftsführung nervös geworden, sagt Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen. Das Unternehmen habe "offensichtlich ein Problem mit kritischer Berichterstattung" und setze daher auf Geheimhaltung.
Pressesprecherin Evers will von solchen Vermutungen nichts wissen, das Verfahren sei keine Reaktion auf allzu kritische Nachfragen. In ihrer Ausbildung habe sie schlicht gelernt, "dass das so üblich ist".
Das sei "überhaupt nicht üblich", sagt hingegen Roland Stahl vom Bundesverband deutscher Pressesprecher. In seinen Augen werden durch solche Vorgaben Blockaden errichtet, die "die Arbeit von Journalisten fast unmöglich machen". Das Vertrauen zwischen Pressesprecher und Journalist werde damit erheblich gestört, damit schade sich das Unternehmen letztendlich selbst.
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Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

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