Gewalttaten gegen die Roma werden praktisch nie geahndet - sie sind eine Minderheit. Leider fühlen sich die Täter dadurch sicher.von RALF LEONHARD
Ungarn pflegt für den Tourismus zwar gerne die Klischees von Zigeunerromantik und fiedelndem "Cigan" im Restaurant. Doch wie die Roma wirklich leben, kriegt kaum ein Tourist zu sehen. Ja, auch die meisten Ungarn haben noch nie einen Fuß in einen der Roma-Slums gesetzt, wo die Straßen nicht gepflastert sind, sauberes Trinkwasser fehlt und die Stromversorgung besonders oft zusammenbricht. Und egal, ob es Geldverleiher oder rechtsextreme Schläger waren, die den Mord an zwei ungarischen Roma zu verantworten haben: Die Täter fühlten sich sicher, da Gewalttaten gegen diese Minderheit praktisch nie geahndet werden.
Der Wirtschaftsboom, der Teile Ungarns an das EU-Niveau herangeführt hat, ist am Osten und den Wohngebieten der Roma spurlos vorübergegangen. Die aggressive Grundstimmung gegen die Minderheit wird durch manche Medien verstärkt. Und Lokalpolitiker können sich des Beifalls der Mehrheit sicher sein, wenn sie die Auszahlung von Arbeitslosengeld an Roma an die Verrichtung von gemeinnütziger Arbeit knüpfen. Übersehen wird, dass die meisten gerne Lohnarbeit verrichten würden, aber - nicht zuletzt, weil sie diskriminiert werden - keinen Job finden.
Unter dem kommunistischen Regime wurden die Roma sesshaft gemacht - gleichzeitig zwang man sie, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Seit der Wende wird es mit der Schulpflicht nicht mehr so ernst genommen. Viele verelendeten Roma sehen ihre Kinder als wertvolle Arbeitskräfte an; von Bildung versprechen sie sich wenig. Die Ausgegrenzten wissen, dass sie gegen die Vorurteile der Mehrheitsgesellschaft keine Chance haben.
Je tiefer die politische und wirtschaftliche Krise in Ungarn, desto mehr Zulauf erhalten rechtsextreme Gruppen. Bewaffnete Milizen mit nationalistischen und faschistoiden Parolen sprießen aus dem Boden. Nach Ausschreitungen bei Demonstrationen wurden zwar schon Gewalttäter festgenommen. Mehr als eine kurze Haftstrafe gab es für sie aber nicht. Kein Wunder, dass man da für ein Verbrechen an "Zigeunern" kaum mit Verfolgung und Strafe rechnet. RALF LEONHARD
Bei der Neonazi-Mordserie haben auch die Medien versagt: Sie ordneten die Taten unter rassistischen Gesichtspunkten ein. Konsequenzen gab es keine. von Daniel Bax

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77.000 Deutsche reisen jährlich auf die Malediven. Gerade herrschen Turbulenzen im Inselparadies: Soldaten schlagen Polizisten und die schlagen den Präsidenten. Am Ende geht nicht die Insel, sondern der Präsident unter.

Ob Ei, Mehl, Schuh oder Torte, schon so mancher Politiker wurde in der Vergangenheit Opfer einer Zuschauerattacke. Wer hat was abbekommen?

Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Leserkommentare
01.01.2009 04:35 | Miklós Czenthe
Dieser Kommentar finde ich ziemlich einseitig und vereinfachend. Es ist überhaupt nicht egal, wer hinter der Mörde stehen, ...
06.11.2008 16:49 | Klugscheisser
Eine kleine Kritik: