Nach dem Rauswurf Elke Heidenreichs beim ZDF ist Fernsehproduzent Friedrich Küppersbusch weiterhin von der Qualität des öffentlich-rechtlichen Fernsehens überzeugt.

"Marcel, da drüben ist der Wald!": Thomas Gottschalk und Marcel Reich-Ranicki Bild: dpa
taz: Herr Küppersbusch, das ZDF trennt sich von Elke Heidenreich, nachdem sie den Sender harsch kritisiert hat. Wie finden sie das?
Friedrich Küppersbusch: Elke Heidenreich nennt das ZDF-Programm öffentlich "scheiße" und schlägt vor, entlassen zu werden: Sie trennt sich auch vom ZDF. Man könnte den Vorgang als Unplugged-Version einer "einvernehmlichen Trennung" bezeichnen.
Sollte es nicht grundsätzlich erlaubt sein, seinen Arbeitgeber zu kritisieren?
Unbedingt. Ich gehe davon aus, dass Frau Heidenreich die Senderverantwortlichen vorher um ein Gespräch gebeten hat, bevor sie mit ihrer Kritik an die Öffentlichkeit gegangen ist.

Friedrich Küppersbusch ist Chef der Fernsehproduktionsfirma probono. Er war Moderator der ARD-Sendungen "ZAK" und "Privatfernsehen". Foto: taz
Die Quote von "Lesen!" war zuletzt schlecht. Wollte sich Frau Heidenreich bloß einen guten Abgang verschaffen?
Das Gerücht gibt es, und dass Elke Heidenreich deshalb die Flucht in die Kakophonie angetreten hat, nach dem Motto: Ich benehme mich so unmöglich, dass mir der Abgang über die Märtyrerschiene sicher ist. Aber so schlecht war die Quote auch wieder nicht. Ich denke, dass es sich um eine Art "einvernehmliche Trennung" handelt.
Wie sehen Sie die Qualität des deutschen Fernsehens?
Das deutsche Fernsehen ist, neben dem britischen und dem amerikanischen, das beste in der Welt. Gerade weil die öffentlich-rechtlichen Sender im Nachrichtenbereich die Latte so hoch gelegt haben, machen die Privatsender praktisch keine politischen Formate. Die englischen Kollegen kommen nach Köln und spielen hier "Schlag den Raab", deutsche Sendungen und Formate werden in alle Welt verkauft.
Ist es falsch, Bildung gegen Unterhaltung auszuspielen, wie es Reich-Ranicki tut?
Marcel Reich-Ranicki kommt mir vor wie jemand, der wandern will und auf eine Kirmes geht - und sich dann beschwert, dass man da nicht wandern kann. Da kann ich nur sagen: Marcel, da drüben ist der Wald!
Wie meinen Sie das?
Die Frage ist doch nicht, ob wir neben Arte und 3Sat noch einen Sender für die Hochbegabtenförderung brauchen, um neben der Theater-, Bücher- und Film- auch noch die Musiklobby zu bedienen. Die Frage ist, wie man dem weniger gebildeten Zuschauer eine Alternative zu den Schamlippenpiercing-Runden auf den Privatsendern bietet. Das macht man jedenfalls nicht, indem man ihn zwingt, im Telekolleg bei Reich-Ranicki sein Abitur nachzumachen.
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Egal ob in Ost-, West-, Südeuropa oder in Kaschmir – überall ist es kalt. Verdammt kalt. Für viele Menschen ist das dramatisch und sogar lebensgefährlich. Aber die Kälte bringt auch Schönes und Erfreuliches.

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Ob Ei, Mehl, Schuh oder Torte, schon so mancher Politiker wurde in der Vergangenheit Opfer einer Zuschauerattacke. Wer hat was abbekommen?

Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Leserkommentare
23.06.2009 22:51 | heinz schwalbe
Also hier schwärmt jemand vom öffentlich-rechtlichen. Übrigens während er emsig, im Hintergrund, seinen Reichtum mehrt inde ...
20.02.2009 23:01 | Roboter
Bevor hier jemand den Atikel ohne vor- mit- und nachdenken glaubt, ...
25.10.2008 18:17 | Matthias Gehling
Michael Baron hat Recht in seiner Kritik am oeffentl. rechtlichen Fernsehen. Zum Glueck gibt es nicht nur Junkfood wie den ...