Pablo Solón, Berater des bolivianischen Präsidenten, hofft auf respektvolle Beziehungen zu den USA. Eine Einmischung in innere Angelegenheiten aber verbittet er sich.

Der verweiste US-Botschafter von La Paz: Philip Goldberg Bild: dpa
taz: Herr Solón, wird Präsident Morales den Rat des brasilianischen Präsidenten Lula beherzigen und auf die rechte Opposition zugehen?

PABLO SOLÓN, 50, langjähriger Wasseraktivist und Handelsexperte, nahm als Sonderbotschafter von Evo Morales an dem Krisengipfel in Santiago teil. Seit letzter Woche ist er der Kandidat Boliviens für den Posten des Unasur-Generalsekretärs. Foto: archiv
Pablo Solón: Die Position Lulas war eindeutig: Wir sollten den Rechtsstaat durchsetzen. Alle Präsidenten waren sich einig: Wer terroristische Aktionen durchführt, muss entsprechend behandelt werden. Auch die Abschlusserklärung ist kategorisch: Die Voraussetzung für den Beginn eines Dialogs ist die Räumung der Regierungsgebäude.
Was bedeutet das für die Gespräche in La Paz?
Die Regierung wurde gestärkt. Wir sind bereit, über alles zu sprechen.
Wie einig sind sich die rechten Gouverneure?
Ihre Lage ist sehr kritisch, denn die Beweise für die Beteiligung von Leopoldo Fernández kommen allmählich an Tageslicht, es gibt Videos, Zeugenaussagen …
Waren Sie glücklich über den öffentlichen Wortwechsel von Venezuelas Präsident Hugo Chávez mit dem Chef der bolivianischen Streitkräfte?
Wir tun alles, damit die Unterstützung kanalisiert wird. Natürlich soll es keine Aktionen geben, die von der Opposition gegen uns verwendet werden können.
Der ausgewiesene US-Botschafter Philip Goldberg hat negative Konsequenzen angedroht. Wie wird sich das Verhältnis zu den USA weiterentwickeln?
Wir hoffen, dass es respektvolle Beziehungen ohne Einmischung in unsere Angelegenheiten gibt. Dafür arbeiten wir.
Am Montag hat ein Vizeminister angedeutet, Russland könnte nun bei der Antidrogenpolitik einsteigen. Wäre das in der jetzigen Lage nicht kontraproduktiv?
Bei unserem Kampf gegen den Drogenhandel, gegen das Analphabetentum, gegen die Korruption setzen wir auf die Zusammenarbeit mit allen Ländern der Welt. Die Zeiten, als ein Land dies nur mit einem bestimmten anderen Land tun durfte, sind endgültig vorbei. Wir können zusammenzuarbeiten, mit wem wir das für sinnvoll erachten.
Wann sollen die in Santiago beschlossenen Kommissionen anfangen zu arbeiten?
In den nächsten Tagen.
Rechnen Sie damit, dass die Opposition die Autorität von Evo Morales bald anerkennt?
Eigentlich sollte es in wenigen Stunden so weit sein. Aus unserer Sicht gibt es für alle umstrittenen Themen ganz praktische Lösungen, sobald die Politik der Destabilisierung einer demokratisch gewählten Regierung aufhört.
INTERVIEW: GERHARD DILGER
Vereine, die die Schlapphüte als extremistisch einstufen, können nicht gemeinnützig sein, beschließt das Kabinett. Das missfällt nicht nur der Opposition. von Malte Kreutzfeldt

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Ausgerechnet Bildungsministerin Annette Schavan? Auch sie soll bei ihrer Doktorarbeit mit dem bezeichnenden Titel „Person und Gewissen“ gemogelt und abgekupfert haben. Sehen Sie hier: Einige Vorbilder und Nachahmer ...

Leserkommentare