Das Gute an dem Wirbel um Chrome ist, dass Nutzer wieder stärker hinterfragen, welche Daten sie wem freigiebig zukommen lassen.von BEN SCHWAN
Der neue Google-Browser "Chrome" sorgt für medialen Wirbel: Selbst die ehrwürdige "Tagesschau" konnte das neue Produkt nicht ignorieren. Inzwischen hat sich nun auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in die Debatte eingeschaltet und offen vor der Internet-Software gewarnt: Sie sei unausgereift und deshalb nicht für den täglichen Einsatz geeignet. Zudem würde Google durch den Browser allzu viele Daten sammeln.
Diese Warnung des BSI ist scharf, aber auch ein wenig populistisch: Nahezu jeder große Softwarekonzern liefert wichtige Programme als Vorabversion ("Beta") aus, darunter auch Googles großer Konkurrent Microsoft mit seinem inzwischen angestaubten Browser "Internet Explorer". Dabei gilt stets: Man muss den Nutzern klarmachen, dass es sich um eine frühe Variante handelt, die sich nicht als Standardprogramm eignet, weil darin noch Fehler und auch Sicherheitslücken lauern könnten. Diesen Hinweis hat Google in der Tat teilweise unterlassen.
Auch die Datensammelei ist keineswegs so neu, wie das BSI glauben macht: Google erfasst schon jetzt gigantische Datenmengen aller seiner Nutzer - da komplettiert ein Browser wie "Chrome" nur das Bild. Jede einzelne Suchanfrage wird schon jetzt von Google 18 Monate lang inklusive Internet-Adresse ("IP") und einem Datenkrümel ("Cookie") gespeichert. Angeblich soll dies Missbrauch vorbeugen und die Suchmaschine optimieren. Google argumentiert keck, das seien ja gar keine persönlichen Daten, weil Namen und Adressen fehlten. Dabei lässt sich aus dem gigantischen Suchkatalog einer Einzelperson schnell erschließen, um wen es sich handelt. Und auch IP-Nummern sind spätestens mit einer gerichtlich zu genehmigenden Anfrage beim Provider wieder einer Person zuortbar.
Chrome bedeutet also keinen qualitativen Sprung: Der Browser erweitert den Datenkraken Google nur. Gut ist allerdings, dass der Wirbel um Chrome derzeit dazu führt, dass Nutzer wieder stärker hinterfragen, welche Daten sie wem freigiebig zukommen lassen, damit dann gutes Geld mittels "personalisierter Werbung" verdient wird. Dagegen vorgehen kann man nur, indem man Google und anderen Onlineriesen auch persönlich mitteilt, dass man diese Infosammelwut nicht in Ordnung findet. Und auch der Gesetzgeber muss endlich das angestaubte Datenschutzrecht den neuen Realitäten anpassen. Inzwischen ist es kein Problem mehr, unser (Internet-)Leben bis ins Kleinste zu speichern, die dazu notwendige Technik ist billig und breit verfügbar.
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Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

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