Nach der Häufung von Datenskandalen sollen nun persönliche Daten nur noch nach Zustimmung der Betroffenen weitergegeben werden dürfen. Für Missbrauch drohen künftig höhere Bußgelder.von VEIT MEDICK

Kundenkarten - für den Handel mit Daten wie geschaffen. Bild: dpa
Persönliche Daten dürfen weiter gehandelt werden. Allerdings soll dies künftig nur noch nach der ausdrücklichen Zustimmung der Betroffenen erlaubt sein. Bei Datenmissbrauch sollen die Bußgelder erhöht werden. Mit einem Datenschutz-Audit-Gesetz will die Bundesregierung zudem die Vertraulichkeit in Unternehmen kontinuierlich überprüfen. Darauf einigten sich Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sowie weitere Vertreter der Bundesregierung und die Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder bei einem Spitzengespräch.
Mit den Gesetzesverschärfungen zieht die Bundesregierung rechtliche Konsequenzen aus den jüngsten Missbrauchsfällen mit Konto- und Adressdaten. Verbraucherschützer im ganz Deutschland waren in den letzten Wochen etliche CDs mit sensiblen Informationen zugespielt worden, die illegal verkauft worden waren. Politiker sowie Daten- und Verbraucherschützer hatten daraufhin eine tiefgreifende Reform des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) gefordert. Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hatte gar für ein Komplettverbot des Adresshandels plädiert.
So weit kam es am Donnerstag nicht. Dennoch habe unter den Teilnehmern "ein großes Maß an Übereinstimmung" geherrscht, berichtete Schäuble. Eingeladen waren neben Glos Verbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) sowie der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar und Vertreter aus den Ländern.
Schaar zeigte sich anschließend äußerst zufrieden. Er habe sich mit seinen Länderkollegen in fast allen Punkten durchsetzen können. Gerade das künftig geltende Prinzip "Einwilligung statt Widerspruch" helfe, ungezügelten Adresshandel zu unterbinden. Derzeit können die Daten auch weitergegeben werden, wenn nicht ausdrücklich widersprochen wurde.
Das Kabinett will zudem weitere Paragrafen des BDSG anpassen. Zwar betonte Schäuble, schon jetzt befinde man sich beim Datenschutz nicht im "gesetzgeberischen Niemandsland". Auch solle man nicht so tun, als "wäre die Verfügbarkeit von Daten auf jeden Fall eine Bedrohung". Angesichts der dramatischen Missbrauchsfälle sehe aber auch er Handlungsbedarf. So sei beabsichtigt, den Bußgeldrahmen für Datenmissbrauch und damit die Hemmschwelle zu illegalem Adresshandel zu erhöhen. Auch eine Regelung, wie Gewinne aus der illegalen Nutzung von Daten abgeschöpft werden könnten, werde künftig im Gesetz enthalten sein. Darüber hinaus sei geplant, den Katalog von Straftaten beim Umgang mit Daten auszuweiten. Die Gesetzesnovelle solle noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden. Den Vollzug der Regelungen soll eine Arbeitsgruppe auf Länderebene unter Vorsitz des brandenburgischen Innenministers Jörg Schönbohm klären.
Für Überraschung sorgte die Ankündigung Schäubles, man habe sich auf Eckpunkte zum Datenschutzaudit geeinigt, um Datenpannen vorzubeugen. Firmen, die Richtlinien vorbildlich erfüllen und weiterentwickeln, erhalten demnach ein Gütesiegel. Ein entsprechendes Gesetz solle noch in dieser Legislaturperiode in Kraft treten.
Uneinigkeit bestand unter den Teilnehmern lediglich über die sogenannte Kennzeichnungspflicht für Daten, sodass Verbraucher erkennen können, woher ein Unternehmen Angaben über sie erhalten hat. Darüber müsse das Kabinett zunächst beraten, sagte Schäuble. Schaar nutzte die Gelegenheit, nachdrücklich für mehr Personal bei den Kontrollbehörden zu werben. Die Datenschützer von Bund und Ländern benötigten Ressourcen, "die eine Kontrolle nicht nur in homöopathischen Dosen" ermöglichten.
Aus den Reihen der Opposition kam anschließend Kritik. Die FDP bezeichnete die Ergebnisse als "Minimalkonsens". "Den Gipfel erreicht man nicht, wenn man nur im Basislager bleibt", kritisierte Innenpolitikerin Gisela Piltz.
Alles rechtens, sagten Behörden, als der verdeckte Ermittler "Simon Brenner" enttarnt wurde. Doch Akten zeigen: Der Spitzeleinsatz war heikel. Betroffene klagen. von N. M. Bust-Bartels

Die Belegschaft der Zeitung "Eleftherotypia" arbeitet, obwohl der Verlag nicht mehr zahlt. Jetzt wird die Tageszeitung selbstverwaltet von der Belegschaft herausgegeben. von Margarita Tsomou

Im Schwerpunkt Überwachung legen wir ein besonderes Augenmerk auf die neuesten Auswüchse der Sammelwut und Kontrollgelüste von Staatsgewalt wie Konzernen. Und natürlich auf Datenpannen aller Art.
Foto: time. / photocase.com
Egal ob in Ost-, West-, Südeuropa oder in Kaschmir – überall ist es kalt. Verdammt kalt. Für viele Menschen ist das dramatisch und sogar lebensgefährlich. Aber die Kälte bringt auch Schönes und Erfreuliches.

77.000 Deutsche reisen jährlich auf die Malediven. Gerade herrschen Turbulenzen im Inselparadies: Soldaten schlagen Polizisten und die schlagen den Präsidenten. Am Ende geht nicht die Insel, sondern der Präsident unter.

Ob Ei, Mehl, Schuh oder Torte, schon so mancher Politiker wurde in der Vergangenheit Opfer einer Zuschauerattacke. Wer hat was abbekommen?

Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Leserkommentare
06.09.2008 18:06 | antifaunited
Und wie soll das bitte funktionieren, wo doch das Schäublesche Überwachungsministerium der größte Datenklauer aller Zeiten ...