Die Abschaffung von Steinigung und Handabhacken ist das Verdienst der Zivilgesellschaft. Statt den Atomkonflikt anzuheizen sollte diese vom Ausland mehr gestützt werden.von BAHMAN NIRUMAND
Es geht also doch. Druck kann das Regime in Teheran zu Zugeständnissen zwingen. Dass es die Steinigung und das Handabhacken bei Diebstählen abschaffen will, ist ein bemerkenswerter Schritt. Zwar handelt es sich erst einmal um eine Gesetzesvorlage, die die Justiz dem Parlament eingereicht hat. Es gilt aber als sicher, dass sowohl das Parlament als auch der mächtige, konservative Wächterrat, ohne dessen Zustimmung kein Gesetz in Kraft treten kann, die Vorlage beschließen werden.
Seit der Gründung des islamischen Gottesstaats und der Islamisierung der Gesetzgebung wurde die Steinigung als Strafe für Ehebrecher, Prostituierte, Vergewaltiger und Homosexuelle praktiziert. Warum diese Praxis gerade jetzt enden soll, hat viele Gründe. Zuerst ist es ein Erfolg für die iranische Zivilgesellschaft, die sich seit vielen Jahren dafür eingesetzt hat. Druck gab es auch aus dem Ausland, von vielen Menschenrechtsorganisationen, Regierungen und Parlamenten. Er hat zu einem Sinneswandel im islamischen Lager und in Kreisen der Konservativen im Iran geführt.
In diesen Kreisen sind immer mehr Menschen- darunter viele Geistliche - zu der Erkenntnis gelangt, dass der konservative, rückwärtsgerichtete Islam nicht mehr in der Lage ist, die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen, und dass Reformen erforderlich sind - auch, um den islamischen Staat zu erhalten.
Wer sich mit dem Iran beschäftigt, muss diese Entwicklung kennen und die Vielfalt der iranischen Gesellschaft deshalb mit einem differenzierten Blick betrachten. Und wer im Iran Veränderungen in Richtung Demokratie herbeiführen möchte, sollte wissen, dass man mit Gewalt von außen nichts erreichen kann. Würde man, statt den Atomkonflikt anzuheizen, mehr Druck auf den Iran wegen dessen permanenter Verletzung der Menschenrechte ausüben, dann hätte man Millionen Verbündete im Land, die den Prozess der Demokratie im eigenen Land vorantreiben wollen. Bomben und Sanktionen hingegen spalten die Zivilgesellschaft - und stärken nur die radikalen Fundamentalisten. BAHMAN NIRUMAND
Die Linkspartei hat jetzt ihre letzte Chance, es Lafontaine nicht gleichzutun und endgültig von der politischen Bühne abzutreten. Die linken Frauen könnten sich positionieren. von Ines Pohl
Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

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Leserkommentare
11.08.2008 04:14 | Hambacher
lol - selten so gelacht. Wenn der viel beschworene - meiner Ansicht nach unausweichliche - "Clash of Civilisation" kommt, d ...
09.08.2008 18:51 | Richard Theurer
WOW, wenn ein Regime nur fest genug gegen die USA steht, dann ist alles erlaubt. Dann wird von der TAZ schon bejubelt, daß ...
09.08.2008 15:14 | Michael Kück
Was mich hier bzw. bei "den Linken" immer wieder verwundert ist, daß sie hier in Deutschland jede, auch die gewallttätige, ...