Die "Tagesthemen" bleiben mit Flaggen auf Kriegsfuß: Zwei Wochen nach der Bundesflaggen-Panne verwendete die Sendung eine falsche US-Flagge. Diesmal zog die Redaktion Konsequenzen.

Ex-USA-Korrespondent unter falscher Flagge: Tom Buhrow Bild: Screenshot www.youtube.com
BERLIN taz Sie haben es schon wieder getan: Die "Tagesthemen" haben am Mittwoch in der Anmoderation eines Beitrags über die neue US-Botschaft in Berlin eine falsche US-Flagge im Hintergrund gezeigt. Die amerikanische Nationalfahne enthielt am unteren Ende einen weißen Streifen zu viel. "Diese erneute Panne ist in der Tat nicht akzeptabel", sagte der zweite ARD-aktuell-Chefredakteur Thomas Hinrichs. "Neben technischen Problemen hat es hier auch menschliches Versagen gegeben." Details nannte Hinrichs nicht. Es seien personelle Konsequenzen gezogen worden.
Der Vorfall ereignete sich knapp zwei Wochen nachdem sich die Redaktion mit der Verwendung einer falschen Bundesflagge mit der Farbreihenfolge Rot-Schwarz-Gold deutschlandweiten Spott zugezogen hatte und dafür entschuldigt hatte. Hinrichs hatte bereits den ersten Fehler wortgleich als "inakzeptabel" bezeichnet und damit begründet, dass ein Kollege bei der Farbgestaltung eine falsche Taste gedrückt hatte und der Chef vom Dienst bei der Prüfung der Bilder wegen eines EM-Tors abgelenkt war. Hinrichs hatte genaue Aufklärung des Falls angekündigt. Dennoch wiederholte sich der Fehler.
In der öffentlich zugänglichen Internet-Mediathek ist die Sendung nur noch ohne den Fehler zu finden. Die Anmoderation und der gesamte Beitrag wurden aus der "Tagesthemen"-Sendung herausgeschnitten. Dass der Übergang nun textlich Nonsens ist, wurde dabei in Kauf genommen. Beobachter vermuteten, dass die Löschung aus dem Internet-Videoarchiv vorgenommen wurde, um den Fehler zu vertuschen. Hinrichs bestreitet das. Die Entfernung habe nichts mit dem Fauxpas zu tun. "Während der Moderation war auch eine animierte Grafik des neuen Botschaftsgebäudes am Brandenburger Tor zu sehen, erstellt von einer Berliner Firma. Wir können sie im Internet nicht zeigen, weil wir lediglich die Fernsehrechte an dieser Grafik erwerben konnten."
Zu sehen ist die Anmoderation mit falscher Flagge dennoch im Internet: Ein Nutzer hat sie auf dem Videoportal YouTube allen zugänglich gemacht. Im offiziellen Blog der "Tagesschau" wurde die Panne bis Freitagmittag nicht thematisiert.
Erst in Vorleistung gehen, dann gegen den Nachbarn abkacken – da streikt die Professorin. Wer was tatsächlich braucht, ist schon lang nicht mehr die Frage. von Jörg Sundermeier

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Ob Ei, Mehl, Schuh oder Torte, schon so mancher Politiker wurde in der Vergangenheit Opfer einer Zuschauerattacke. Wer hat was abbekommen?

Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Leserkommentare
06.07.2008 14:47 | Andre
Früher hieß es (egal ob Radio oder TV) "das versendet sich". Die Aufmerksamkeitspanne des Durschnittsverbrauchers ist seit ...
06.07.2008 09:57 | Helder
Skandalös??... Hoheitssymbole?...Patriotismus???... ...
05.07.2008 07:43 | Hessebub
In den Printmedien ist die Schlamperei ja inzwischen Standard. Vielleicht wird das Fernsehen hinter den Kulissen inzwischen ...