Die 30-jährige Ramona Pop strebt die Nachfolge von Volker Ratzmann als Fraktionsvorsitzender, falls Ratzmann grüner Bundeschef wird.von SEBASTIAN HEISER
Die Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus könnte eine weibliche Doppelspitze bekommen. Nachdem der bisherige Fraktionsvorsitzende Volker Ratzmann am Wochenende seine Kandidatur als Bundesvorsitzender seiner Partei verkündet hat, wirft jetzt Fraktionsvize Ramona Pop ihren Hut in den Ring: "Wenn wir tatsächlich einen Nachfolger für Volker Ratzmann brauchen und eine breite Mehrheit in der Fraktion mich als Vorsitzende haben will, dann stehe ich dafür zur Verfügung", sagte Pop am Montag zur taz.
Die 30-Jährige gehört zum Realo-Flügel der Partei; sie würde die Fraktion zusammen mit der 66-jährigen Franziska Eichstädt-Bohlig anführen. Pop ist seit dem Jahr 2001 Abgeordnete, zuvor war sie Bundesvorsitzende der Grünen Jugend. Ihr Fachgebiet ist die Arbeitsmarktpolitik, sie ist außerdem Mitglied im Hauptausschuss und im Unterausschuss Haushaltskontrolle. Von Mitgliedern der Fraktion wird sie als fachkompetent, kommunikativ und verhandlungsstark gelobt. Viele trauen ihr auch das Potenzial zu, zur Generalistin zu werden und in Parlamentsdebatten durch offensive Auftritte den Senat unter Druck zu setzen.
Die Grünen-Parteivorsitzende Irmgard Franke-Dressler ist von Pops Ankündigung nach eigener Aussage "nicht überrascht". Pop habe sich im Parlament in wichtige Themen eingearbeitet. "Dafür, dass sie so jung ist, hat sie schon eine Menge Politikerfahrung. Sie hat das, was man braucht, um diese Führungsaufgabe übernehmen zu können", so Franke-Dressler.
Auch im linken Flügel der Fraktion finden sich Abgeordnete, die Pop unterstützen: "Die kann das", meint der Rechtspolitiker Benedikt Lux. Seine Stimme sei ihr jedenfalls sicher.
Die Mitglieder des Fraktionsvorstandes möchten sich zu der Frage noch nicht öffentlich äußern - solange noch nicht feststehe, ob Volker Ratzmann überhaupt zum Bundesvorsitzenden gewählt wird, sei es "viel zu früh", um über seine Nachfolge zu reden. Bei der Wahl auf dem Bundesparteitag im November kandidiert Ratzmann gegen den Europaparlamentarier Cem Özdemir. SEBASTIAN HEISER
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